Kumovis
01 · Profil
Über Kumovis
Wie funktioniert's
Der Kumovis R1 setzt auf Fused Layer Manufacturing (FLM), ein Schmelzschichtverfahren, das PEEK bei Temperaturen über 340 Grad Celsius schichtweise aufbaut. Das Material ist biokompatibel, röntgentransparent und mechanisch nahe an kortikalem Knochen, was es laut BioM-Medienberichten für Dauerimplantate prädestiniert. Laut Unternehmensangaben ermöglicht der R1 einen End-to-End-Workflow: vom Patientenscan über das CAD-Design bis zum fertiggestellten Implantat, entweder im klinikeigenen Reinraum oder beim medizinischen Auftragshersteller. Der Drucker ist für den Einsatz in kontrollierten Fertigungsumgebungen ausgelegt und entspricht den Anforderungen an medizinische Produktionsanlagen.
Wer steckt dahinter
Kumovis wurde 2017 an der Technischen Universität München gegründet, von einem Gründerteam um Alexander Henhammer, Stefan Fischer, Sebastian Pammer, Miriam Haerst und Stefan Leonhardt. Eine Series-A-Runde über 3,6 Millionen Euro wurde von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Renolit SE und Solvay Ventures mitgetragen, laut 3D Printing Industry. Laut Berichten von Startbase und K-Zeitung übernahm 3D Systems, ein US-amerikanischer Marktführer im industriellen 3D-Druck, Kumovis; genaue Übernahmekonditionen wurden nicht öffentlich kommuniziert. Das Unternehmen präsentierte sich laut AM-Expo-Showcase auf der AM Expo und in der Fachpresse für medizinischen 3D-Druck.
Verfügbarkeit und Zulassung
Kumovis adressiert Medizintechnikhersteller, orthopädische Fertigungsdienstleister und spezialisierte Kliniken – nicht Endverbraucher. Die mit dem R1 gefertigten PEEK-Implantate müssen als Medizinprodukte nach MDR zugelassen werden; Verantwortung dafür liegt beim jeweiligen Implantat-Hersteller oder -Anwender, nicht bei Kumovis als Maschinenhersteller.
Im Vergleich zu Alternativen
Im Bereich medizinisches PEEK-3D-Druck konkurriert Kumovis mit Apium Additive Technologies aus Karlsruhe, das ebenfalls FFF-Systeme für PEEK im Medizinbereich entwickelt. Gegenüber konventioneller CNC-Bearbeitung bietet 3D-Druck den Vorteil geometrisch freier, individuell angepasster Formen ohne separate Werkzeugkosten. Im Vergleich zu Titan-3D-Druck – einem weiteren Standard für patientenspezifische Implantate – ist PEEK röntgentransparent und MRT-kompatibel, was die Verlaufskontrolle nach Implantation erleichtert.
Kumovis hat eine echte Technologielücke geschlossen: PEEK-3D-Druck für Medizinprodukte war vor dem R1 auf spezialisierte Industrieanlagen angewiesen, die weder kliniknah noch reinraumtauglich waren. Die Übernahme durch 3D Systems bringt Zugang zu globalem Vertrieb, birgt aber das Risiko einer Integration, bei der die medizintechnische Ausrichtung in den Hintergrund treten könnte. Für Hersteller, die patientenspezifische PEEK-Implantate in-house fertigen wollen, bleibt der R1 ein technisch relevantes System – vorausgesetzt, Vertrieb und Support werden durch 3D Systems langfristig gesichert.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe für Kumovis sind hauptsächlich Unternehmen und Fachleute aus dem Gesundheitssektor, insbesondere diejenigen, die sich mit medizinischen Geräten und Implantaten beschäftigen. Darüber hinaus könnten auch Forschungseinrichtungen und Universitäten, die in der Medizintechnik tätig sind, von diesem Service profitieren. Die potenziellen Nutzer sind wahrscheinlich technisch versiert und haben ein starkes Interesse an Innovationen im Bereich der Medizintechnik. Sie suchen nach Lösungen, die sowohl effizient als auch konform mit den strengen Vorschriften der Branche sind.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Kumovis
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
PEEK (Polyetheretherketon) ist ein biokompatibles Hochleistungspolymer mit mechanischen Eigenschaften nahe kortikalem Knochen. Es ist röntgentransparent und MRT-kompatibel – geeignet für dauerhafte Implantate in Schädel, Wirbelsäule und Gesichtsschädel.
Der R1 ist ein 3D-Drucker basierend auf dem FLM-Schmelzschichtverfahren, der speziell für PEEK-Implantate und chirurgische Schablonen entwickelt wurde. Er ermöglicht laut Kumovis einen End-to-End-Workflow von Patientenscan bis fertigem Implantat.
Ja. Laut Berichten von Startbase und K-Zeitung wurde Kumovis von 3D Systems, einem US-amerikanischen Marktführer im industriellen 3D-Druck, übernommen. Details zur Übernahme wurden nicht öffentlich kommuniziert.
Laut 3D Printing Industry schloss Kumovis eine Series-A-Runde über 3,6 Millionen Euro ab, mit Beteiligung von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Renolit SE und Solvay Ventures.
Kumovis richtet sich an Medizintechnikhersteller, orthopädische Fertigungsdienstleister und spezialisierte Kliniken, die patientenspezifische PEEK-Implantate fertigen wollen. Es handelt sich um ein rein B2B-Produkt.
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