Jameda

Arztsuche und Online-Terminbuchung – das sind die Kernfunktionen von Jameda. Die 2007 in München von Markus Reif und Barbara Nowak gegründete Plattform vermittelt nach eigenen Angaben mit sechs Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern sowie 65.000 eingetragenen Praxen den größten digitalen Kommunikationskanal zwischen Patienten und medizinischen Einrichtungen in Deutschland. Laut Tracxn-Profil 2024 wurde Jameda im November 2021 von der polnisch-spanischen Docplanner Group übernommen, die in mehreren europäischen Ländern vergleichbare Buchungsplattformen betreibt. Für Patientinnen und Patienten ist die Nutzung kostenlos; Praxen zahlen für Premium-Profile und erweiterte Sichtbarkeit.

01 · Profil

Über Jameda

Suche, Buchung und Videosprechstunde

Die Plattform erlaubt die Suche nach Fachgebiet, Behandlungsleistung und Standort. Wo eine Direktbuchung hinterlegt ist, können Nutzerinnen und Nutzer ohne Telefonanruf einen Termin reservieren und erhalten eine Bestätigung per E-Mail oder SMS. Videosprechstunden können bei teilnehmenden Praxen direkt über Jameda initiiert werden – ein Angebot, das seit 2020 erheblich ausgebaut wurde. Nach dem Besuch können Patientinnen und Patienten eine strukturierte Bewertung abgeben, die in die Suchrangliste der Praxen eingerechnet wird. Redaktionelle Gesundheitsartikel, die nach Eigenangabe von approbierten Ärztinnen und Ärzten gegengelesen werden, ergänzen das Portal.

Kontroverse um Bewertungsmanagement

Jameda ist seit Jahren mit Kritik konfrontiert. Nutzerrezensionen auf Trustpilot verweisen auf Fälle, in denen negative Bewertungen nach Widerspruch von Praxen entfernt wurden. Der Bundesgerichtshof stellte im Urteil I ZR 245/12 (2014) klar, dass eine Löschung nur bei nachgewiesenen Falschaussagen zulässig ist. Die Plattform bietet Praxen kostenpflichtige Premium-Pakete an, die Sichtbarkeit und Profilfunktionen erweitern – eine Monetarisierungsstruktur, die beim Lesen von Bewertungen berücksichtigt werden sollte.

Marktposition und Alternativen

Im deutschen Markt ist Jameda nach Eigenangabe Marktführer bei der Arzt-Patienten-Kommunikation, sieht sich aber zunehmend Konkurrenz durch Doctolib ausgesetzt, das mit direkter Praxissoftware-Integration eine andere Integrationstiefe bietet. Weitere Alternativen sind die Terminportale der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie App-basierte Angebote einzelner Krankenkassen. Jameda unterscheidet sich durch seine etablierte Nutzerbasis, das umfangreiche Bewertungsarchiv und das redaktionelle Gesundheitsportal. Laut Tracxn-Profil 2024 liegt die Docplanner Group, zu der Jameda seit der Übernahme 2021 gehört, insgesamt in mehr als zwanzig Ländern aktiv und gilt damit als einer der größten Anbieter für Arzt-Patient-Buchungsplattformen weltweit. Die Integration in den Docplanner-Konzern ermöglicht nach Unternehmensangaben auch den Austausch von Technologiekomponenten – etwa bei Kalender-APIs und Telekommunikationsdiensten – zwischen den einzelnen Länderplattformen, was Jameda Entwicklungsvorteile gegenüber rein national agierenden Wettbewerbern verschaffen soll. Für Praxen in Deutschland bleibt Jameda damit trotz internationaler Konzernzugehörigkeit ein lokal vertrautes Produkt mit deutschem Kundendienst. Mit über 15 Jahren Marktpräsenz zählt Jameda zu den bekanntesten Gesundheitsportalen im deutschsprachigen Raum und erreicht laut eigenen Angaben monatlich Millionen von Patienten.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die potenziellen Nutzer von Jameda sind hauptsächlich Patienten, die nach vertrauenswürdigen Ärzten und medizinischen Dienstleistungen suchen. Sie sind Personen, die Wert auf Gesundheit legen und sich aktiv um ihre medizinische Versorgung kümmern. Darüber hinaus könnten auch medizinische Fachleute, die Feedback zu ihrer Praxis suchen und ihre Dienstleistungen verbessern möchten, die Plattform nutzen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Keine Kosten für Endnutzer, für Ärzte Premiumabos verfügbar (100€ bzw. 150€ im Monat)

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Jameda

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Ja, die Nutzung für Patientinnen und Patienten – Suche, Buchung, Bewertungen, Gesundheitsartikel – ist kostenlos. Praxen zahlen für Premium-Profile und erweiterte Sichtbarkeit.

Eine Löschung ist laut BGH-Urteil I ZR 245/12 nur bei nachgewiesenen Falschaussagen zulässig. Praxen können Bewertungen anfechten; ob und wie schnell Jameda reagiert, variiert nach Nutzererfahrungen.

Praxen, die eine Direktbuchung aktiviert haben, stellen freie Termine online. Nutzer wählen ein Zeitfenster und erhalten eine Bestätigung per E-Mail oder SMS. Wo keine Direktbuchung verfügbar ist, leitet Jameda zur Terminanfrage per Formular weiter.

Zu den bekannten Alternativen zählen Doctolib (mit tiefer Praxissoftware-Integration), die Terminportale der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie Kassen-Apps mit integrierter Praxissuche. Die Marktdurchdringung variiert je nach Region.

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