ImmunOs

Die HLA-basierte Immuntherapie gegen Krebs und Autoimmunerkrankungen zählt zu den vielversprechendsten Ansätzen der modernen Onkologie. ImmunOs Therapeutics AG aus der Schweiz entwickelt eine Plattform, die mehrere Immun-Checkpoints gleichzeitig adressiert, anstatt wie klassische Inhibitoren nur einzelne Targets zu blockieren. Das Unternehmen hat laut GlobeNewswire insgesamt 105 Millionen US-Dollar an Risikokapital eingesammelt, darunter von Investoren wie Gimv, Pfizer Ventures, Mission BioCapital und BioMed Partners.

01 · Profil

Über ImmunOs

HLA-Technologieplattform und Leitprogramm IOS-1002

Der Kern der Plattform ist die Nutzung natürlich vorkommender Human-Leukocyte-Antigen-Proteine (HLA), um mehrere Immun-Checkpoints gleichzeitig zu blockieren. Das Leitprogramm IOS-1002 zielt gleichzeitig auf LILRB1 (ILT2), LILRB2 (ILT4) und KIR3DL1 ab – Checkpoints, die Tumorzellen nutzen, um sich der Immunerkennung zu entziehen. Laut Unternehmensangaben wird IOS-1002 in einer Phase-Ia-Dosiseskalationsstudie getestet, sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Pembrolizumab (Keytruda, MSD). Während klassische Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab einzelne Targets wie PD-1 blockieren, soll IOS-1002 durch die simultane Adressierung von drei Checkpoints eine breitere Immunantwort gegen fortgeschrittene solide Tumoren ermöglichen.

Investorenbasis und Finanzierungshistorie

Die Series-B-Runde über 74 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 2022 ermöglichte den Einstieg in klinische Studien. Im September 2024 folgte eine Series-C-Runde über 11 Millionen US-Dollar, angeführt von bestehenden Investoren; neu hinzugekommen ist Double Point Ventures. Die Gesamtfinanzierung von 105 Millionen US-Dollar positioniert das Unternehmen laut Venturelab Switzerland als eines der besser kapitalisierten Schweizer Onkologie-Biotechs in der klinischen Phase. Für Onkologie-Biotechs dieser Entwicklungsstufe ist eine solide Kapitalausstattung besonders wichtig, da Phase-II- und Phase-III-Studien erhebliche Ressourcen erfordern.

Doppelter Anwendungsbereich: Krebs und Autoimmunerkrankungen

Die HLA-Plattform ist nicht auf Onkologie beschränkt. Die gleichen Immun-Checkpoint-Mechanismen spielen auch bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle – nur in umgekehrter Richtung: Hier soll eine überschießende Immunreaktion kontrolliert werden. Das Unternehmen entwickelt daher parallel therapeutische Ansätze für Autoimmunindikationen, was die potenzielle kommerzielle Basis erheblich verbreitert. Sowohl Onkologie als auch Autoimmunerkrankungen zählen zu den größten Pharmamärkten weltweit, was laut Unternehmensangaben die strategische Attraktivität der Plattform für potenzielle Partnerunternehmen erhöht.

Klinischer Entwicklungsstand

IOS-1002 befindet sich noch in der frühen klinischen Entwicklung; zugelassene Produkte gibt es bisher nicht. Die klinische Entwicklung von Immuntherapien erfordert einen langen Zeithorizont: Von Phase-Ia-Studien bis zur möglichen Marktzulassung vergehen häufig zehn Jahre oder mehr. ImmunOs Therapeutics versucht diesen Prozess nach eigenen Angaben durch einen klaren Fokus auf validierte Checkpoint-Mechanismen zu beschleunigen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Schlieren bei Zürich und gehört zur wachsenden Schweizer Biotech-Szene, die zunehmend internationale Pharma-Investoren anzieht. Laut Unternehmensangaben werden klinische Daten regelmäßig auf wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert und in Fachjournalen veröffentlicht. Alle Angaben beziehen sich auf den öffentlich verfügbaren Informationsstand laut Unternehmens- und Investorenmitteilungen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von ImmunOs Therapeutics umfasst Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an wissenschaftliche und kommerzielle Experten in den Bereichen Immuntherapie, Immunologie und Onkologie.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu ImmunOs

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Während klassische Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab einzelne Targets wie PD-1 blockieren, adressiert IOS-1002 gleichzeitig LILRB1, LILRB2 und KIR3DL1. Das soll eine breitere Immunantwort ermöglichen.

IOS-1002 befindet sich in einer Phase-Ia-Dosiseskalationsstudie für fortgeschrittene solide Tumoren (Stand September 2024).

Zu den Hauptinvestoren zählen laut GlobeNewswire Gimv, Pfizer Ventures, Mission BioCapital, BioMed Partners und Double Point Ventures.

Nein – IOS-1002 befindet sich noch in der klinischen Entwicklung. Zugelassene Produkte gibt es bisher nicht.

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