HepaRegenIX

Leberversagen nach großen Operationen zählt zu den gefürchtetsten Komplikationen in der Viszeralchirurgie. Wird zu viel Lebergewebe entfernt oder ist die verbleibende Leber zu klein, kann das verbliebene Gewebe die Filterfunktion nicht mehr vollständig übernehmen – mit lebensbedrohlichen Folgen für die betroffenen Patienten. HepaRegenix GmbH, ein klinisch-pharmazeutisches Biotechnologieunternehmen aus Tübingen, entwickelt kleine Moleküle, die den natürlichen Regenerationsprozess der Leber gezielt beschleunigen sollen.

01 · Profil

Über HepaRegenIX

Wie funktioniert's

Im Mittelpunkt der Entwicklung steht der Wirkstoff HRX-215, ein oraler Inhibitor des Enzyms Mitogen-Activated Protein Kinase Kinase 4, kurz MKK4. MKK4 fungiert laut Hersteller als negativer Hauptregulator der Leberregeneration: Wird es durch HRX-215 gehemmt, aktivieren sich Signalwege, die Leberzellen zur Teilung anregen. Das Unternehmen adressiert drei klinische Indikationen. Erstens die Prävention von Post-Hepatektomie-Leberversagen nach ausgedehnten Leberresektionen. Zweitens die sichere Nutzung kleinerer Lebendspenderorgane bei Transplantationen. Drittens die Therapie schwerer alkoholassoziierter Hepatitis. Ein zweiter Wirkstoff in der Pipeline, HRX-233, zielt auf Therapieresistenzen bei KRAS-getriebenen Tumoren ab und befindet sich in präklinischer Entwicklung.

Studienlage und Belege

HepaRegenix hat laut Pressemitteilung vom April 2025 eine Phase-Ib-Studie für HRX-215 abgeschlossen und bereitet die Phase-IIa-Studie vor. Öffentlich verfügbare kontrollierte Wirksamkeitsdaten für die Primärindikation Post-Hepatektomie-Leberversagen liegen noch nicht vor. Das wissenschaftliche Fundament von HRX-215 basiert auf langjähriger akademischer Leberforschung der Universität Tübingen, aus der HepaRegenix als Spin-off hervorgegangen ist. Der MKK4-Mechanismus gilt nach aktuellem Forschungsstand als bisher einziger klinisch getesteter Ansatz dieser Art.

Wer steckt dahinter

Im April 2025 schloss HepaRegenix die zweite Tranche seiner Series-C-Finanzierung ab und sicherte sich dabei 21,5 Millionen Euro, wie GlobeNewswire berichtete. Neu eingestiegen ist Wellington Partners; das Bestandsinvestoren-Konsortium umfasst Vesalius Biocapital IV, Novo Holdings A/S, den Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF), Coparion sowie den High-Tech Gründerfonds. Die Gesamtfinanzierung liegt laut Crunchbase (2025) bei über 24 Millionen Euro. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Tübingen und richtet sich ausschließlich an klinische Einrichtungen, Transplantationszentren und Hepatochirurgen.

Im Vergleich zu Alternativen

HepaRegenix besetzt mit HRX-215 eine chirurgische Indikationsnische, die von anderen europäischen Leberbiotechs kaum abgedeckt wird. Unternehmen wie Genfit (Frankreich) oder Inventiva konzentrieren sich auf metabolisch-entzündliche Lebererkrankungen wie NASH oder NAFLD, nicht auf das postoperative Leberversagen. Der spezifische MKK4-Inhibitor-Ansatz unterscheidet HepaRegenix von breiteren Hepatologie-Plattformen. Endpatienten können die Therapeutika nicht direkt beziehen; die Produkte werden über klinische Studien und später über medizinische Fachzentren bereitgestellt.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für HepaRegenIX sind in erster Linie medizinische Fachleute und Patienten, die an Lebererkrankungen leiden. Dies könnte Hepatologen, Gastroenterologen, Onkologen und andere medizinische Fachleute einschließen, die nach neuen Therapien suchen, um ihre Patienten zu behandeln. Darüber hinaus könnten Patienten, die an chronischen oder akuten Lebererkrankungen leiden und nach innovativen Behandlungsmöglichkeiten suchen, ebenfalls zur Zielgruppe gehören. Schließlich könnten auch Investoren und Biotechnologieunternehmen, die an der Entwicklung neuer Therapien interessiert sind, potenzielle Nutzer von HepaRegenIX sein.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu HepaRegenIX

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

HRX-215 ist ein oraler MKK4-Inhibitor, der den Regenerationsprozess der Leber durch Aktivierung von Hepatozyten-Teilungssignalen fördern soll. Er befindet sich in Phase Ib/IIa-Entwicklung.

Hepatochirurgen, Transplantationszentren und klinische Einrichtungen. Zielindikationen: Post-Hepatektomie-Leberversagen, Lebendspender-Transplantation, schwere Alkohol-Hepatitis.

Über 24 Millionen Euro laut Crunchbase (2025). Die Series-C-Tranche April 2025 brachte 21,5 Mio. Euro; Investoren: Novo Holdings, BIVF, Vesalius Biocapital, Wellington Partners.

Eine Phase-Ib-Studie wurde abgeschlossen. Phase-IIa ist in Vorbereitung (Stand April 2025). Publizierte kontrollierte Wirksamkeitsdaten stehen noch aus.

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