Healthy Hub

Der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung ist für Digital-Health-Startups eine der häufigsten Hürden zwischen einer funktionierenden Lösung und einer breiten Markteinführung. Der Healthy Hub schließt genau diese Lücke: Es handelt sich um ein gemeinschaftliches Programm von vier deutschen gesetzlichen Krankenkassen, das digitale und hybride Versorgungslösungen in die GKV-Erstattung bringt – nicht über das DiGA-Verfahren, sondern über individuelle Selektivverträge nach SGB V und SGB XI. Das Programm richtet sich damit an den langen Schwanz innovativer Versorgungsansätze, für die kein standardisierter Zulassungsweg existiert.

01 · Profil

Über Healthy Hub

Wie funktioniert das Programm

Der Healthy Hub wird laut healthy-hub.de von vier gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam betrieben: BIG direkt gesund, IKK Südwest, mhplus Krankenkasse und SBK Siemens-Betriebskrankenkassen. Zusammen versichern diese vier Kassen nach eigenen Angaben rund 2,7 Millionen Menschen. Startups können sich in regelmäßigen Ausschreibungsrunden bewerben; bis zu 15 Finalisten werden zu einem Pitch eingeladen. Gewinner erhalten einen Selektivvertrag, eine faire Vergütung und werden aktiv durch die Kassen vermarktet – ohne Kapitalbeteiligung oder Exklusivitätspflicht. Die Zusammenarbeit ist auf einen einjährigen Pilottest ausgelegt, der unter echten Versorgungsbedingungen mit echten Versicherten durchgeführt wird.

Ablauf eines Wettbewerbs

Nach der Bewerbungsphase folgt ein Verhandlungsverfahren, in dem Use Case, Abrechnungsprozesse, Datenschutzkonzept und Evaluationsmethodik gemeinsam erarbeitet werden. Bei positiver Evaluation können Anschlussverträge mit allen vier Kassen sowie mit dem Kooperationspartner GWQ ServicePlus AG folgen – einer bundesweiten Krankenkassengemeinschaft, die eine weitere Skalierung ermöglicht. Laut Programmwebsite wurde im Jahr 2025 der sechste Wettbewerb abgeschlossen; der siebte ist für 2026 in Vorbereitung.

Welche Lösungen werden gefördert

Der Healthy Hub sucht nach Angaben des Programms ausdrücklich keine DiGAs und keine Lösungen der Primärprävention – für diese existieren standardisierte Zulassungswege. Gesucht werden stattdessen innovative Versorgungslösungen mit klar messbarem Nutzen: telemedizinische Angebote, digitale Therapiebegleitung oder hybride Pflegemodelle. Zu bisherigen Gewinnern zählen laut Programmwebsite unter anderem YAS.life, Temedica, neolexon und Selfapy.

Einordnung

Healthy Hub ist kein Kapitalgeber und kein Accelerator im klassischen Sinne. Das Programm schließt die Lücke zwischen Produktreife und GKV-Erstattung, ohne Startup-Anteile zu erwerben. Wer bereits eine marktreife Lösung hat und den Weg in die GKV sucht, findet hier nach Angaben mehrerer Programmteilnehmer einen strukturierten Einstieg in ein komplexes Erstattungssystem – mit direktem Zugang zu Kassenentscheidern. Das Programm verlangt keine Exklusivität; Startups können parallel mit anderen Kassen verhandeln. Damit zählt der Healthy Hub zu den wenigen GKV-Programmen, die den Einstieg in die Selektivvertragslandschaft ohne Eigenkapitalabgabe und ohne Exklusivitätsbindung strukturiert begleiten.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Healthy Hub sind hauptsächlich gesundheitsbewusste Menschen, die Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen. Darüber hinaus können auch Sportler und Fitnessbegeisterte, die ihren Körper mit den richtigen Nährstoffen versorgen möchten, von diesem Service profitieren. Ebenso könnte Healthy Hub für Personen interessant sein, die aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten spezielle Ernährungsbedürfnisse haben. Schließlich könnten auch Menschen, die einen geschäftigen Lebensstil führen und wenig Zeit zum Kochen haben, aber dennoch gesund essen möchten, potenzielle Nutzer dieses Services sein.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Healthy Hub

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Der Healthy Hub ist ein gemeinsames Programm von vier deutschen gesetzlichen Krankenkassen (BIG direkt gesund, IKK Südwest, mhplus und SBK), das Digital-Health-Startups dabei unterstützt, ihre Lösungen über Selektivverträge nach SGB V und SGB XI in die GKV-Erstattung zu bringen.

Bewerben können sich Startups und Unternehmen mit marktfähigen digitalen oder hybriden Versorgungslösungen. Explizit ausgeschlossen sind DiGAs und Lösungen der Primärprävention, da für diese standardisierte Verfahren existieren. Die Lösung muss in ein Gesamtversorgungskonzept eingebettet sein.

Der Healthy Hub bietet keine Kapitalbeteiligung, aber eine faire Vergütung für die Versorgungslösung im Rahmen des Selektivvertrags. Bei positiver Pilotevaluation sind Anschlussverträge mit allen vier Kassen sowie Skalierung über den Kooperationspartner GWQ ServicePlus AG möglich.

Bis Ende 2025 hat der Healthy Hub sechs Wettbewerbsrunden abgeschlossen. In jeder Runde werden laut Programm bis zu 15 Startups zum Pitch eingeladen und mehrere Gewinner ausgewählt. Der siebte Wettbewerb ist für 2026 in Vorbereitung.

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