Hbox

Invasive Beatmung rettet Leben – aber sie hat ihren Preis. Patientinnen und Patienten, die an Beatmungsgeräte angeschlossen werden, tragen ein erhöhtes Risiko für Lungenschäden, Infektionen und langwierige Rehabilitation. Drei Forscher von der RWTH Aachen haben sich dieser Problematik verschrieben: Laut High-Tech Gründerfonds (HTGF), der als Co-Investor an der Seed-Runde beteiligt war, bietet HBOX Therapies eine vielversprechende Alternative zur konventionellen Beatmung. Das 2021 gegründete Startup HBOX Therapies entwickelt eine Technologie, die Sauerstoff direkt ins Blut abgibt – ohne Beatmungsschlauch, ohne invasiven Eingriff.

01 · Profil

Über Hbox

Wie funktioniert's

HBOX steht für hyperbare Blutoxygenierung. Dabei wird Sauerstoff durch eine patentierte Plattformtechnologie direkt in den Blutkreislauf abgegeben. Das erhöhte Druckniveau ermöglicht, dass der Gasaustausch mit wesentlich kleineren Blutvolumina funktioniert als bei konventionellen extrakorporalen Verfahren. Die erste klinische Anwendung trägt den Namen MiRA – miniaturisierte Atemunterstützung. Sie ist als erste nicht-invasive Alternative zur mechanischen Beatmung konzipiert und soll in Notfallsituationen eingesetzt werden können, in denen konventionelle Beatmung nicht sofort verfügbar oder nicht vertretbar ist. Die Plattformtechnologie ist grundsätzlich erweiterbar – HBOX sieht langfristig weitere Anwendungsfelder in der extrakorporalen Sauerstoffversorgung.

Wer steckt dahinter

HBOX Therapies wurde 2021 als Spin-off der RWTH Aachen gegründet. Die drei Gründer – Dr. Peter Schlanstein, Dr. Matthias Menne und Niklas Steuer – arbeiteten zuvor gemeinsam am Institut für Angewandte Medizintechnik (AME) der RWTH Aachen. Das Startup ist im Zentrum für Bio- und Medizintechnik (ZBMT) der AGIT in Aachen ansässig. Die Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,3 Millionen Euro wurde vom TechVision Fonds angeführt, mit Co-Investoren High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Business Angel Prof. Dr. Peter Borges, wie Starting-up.de im Jahr 2022 berichtete. Nach Angaben des Unternehmens wurden die präklinischen Studien erfolgreich abgeschlossen. HBOX Therapies gewann zudem den StageTwo Deep Tech Award 2022.

Verfügbarkeit und Zulassung

HBOX Therapies befindet sich in der präklinischen Entwicklungsphase. Eine klinische Zulassung (CE-Kennzeichnung nach MDR) lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Das Unternehmen nutzt die Seed-Finanzierung, um einen funktionsfähigen Prototyp zu entwickeln und erste präklinische Studien durchzuführen. Zielgruppe für die spätere klinische Anwendung sind Intensivstationen und Notaufnahmen. Die Technologie adressiert ein ernstes medizinisches Problem: Laut einer Analyse im Fachjournal Critical Care Medicine entwickeln bis zu 25 % der invasiv beatmeten Patienten ein beatmungsassoziiertes Lungenversagen (VALI). Eine non-invasive Alternative könnte hier eine relevante Versorgungslücke schließen.

Für Patienten ist HBOX Therapies derzeit nicht direkt zugänglich – die Technologie befindet sich im Forschungsstadium. Das Startup ist dennoch relevant für alle, die sich für die Zukunft der Intensivmedizin und beatmungsfreier Sauerstofftherapie interessieren.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Lungenversagen-Patienten, medizinisches Fachpersonal, Krankenhäuser

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Kosten werden wahrscheinlich von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen übernommen. Der genaue Preis ist nicht angegeben.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Hbox

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MiRA – die miniaturisierte Atemunterstützung von HBOX Therapies – richtet sich an Patientinnen und Patienten in Notfallsituationen, in denen invasive Beatmung nicht sofort verfügbar oder medizinisch nicht vertretbar ist. Die Technologie soll als nicht-invasive Ergänzung auf Intensivstationen und in Notaufnahmen eingesetzt werden.

Nein. MiRA befindet sich in der präklinischen Entwicklungsphase. Klinische Studien und eine CE-Zulassung nach MDR stehen noch aus. Das Unternehmen hat die Seed-Finanzierung zum Aufbau eines Prototyps genutzt.

Die Seed-Runde von 2,3 Millionen Euro wurde vom TechVision Fonds angeführt. Co-Investoren waren der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Business Angel Prof. Dr. Peter Borges.

Die MiRA-Technologie zielt auf Patientinnen und Patienten mit akutem Atemversagen, für die konventionelle Beatmung nicht geeignet oder verfügbar ist. Die Zielumgebung sind Intensivstationen und Notaufnahmen.

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