Guardio Health

Ein EKG erstellen zu lassen setzt normalerweise Elektroden, Leitpaste und medizinisches Fachpersonal voraus. Guardio Health verfolgt einen anderen Ansatz: Die App nimmt Herzaktivität über das Smartphone ohne angeschlossene Elektroden auf und wandelt die erfassten Signale in ein auswertbares EKG-ähnliches Format um.

01 · Profil

Über Guardio Health

Entwickelt wurde die zugrundeliegende Technologie vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt – nach Fraunhofer-Angaben eine der größten deutschen Bundesforschungseinrichtungen für angewandte Informatik und Bildverarbeitung. Das Fraunhofer IGD ist Teil der Fraunhofer-Gesellschaft, laut eigenen Angaben der weltweit größten angewandten Forschungsorganisation mit über 30.000 Mitarbeitenden.

Wie funktioniert das elektrodenlose EKG?

Die App nutzt Kamera und Sensoren moderner Smartphones. Dabei kommt Photoplethysmografie (PPG) zum Einsatz – ein Verfahren, das Veränderungen im Blutvolumen durch Lichtreflexion an der Haut misst und daraus Herzrhythmusmuster ableitet. Nach Unternehmensangaben werden die gemessenen Daten algorithmisch ausgewertet und in einem EKG-ähnlichen Format ausgegeben, das anschließend an Kardiologen weitergeleitet werden kann. Die Technologie ermöglicht eine Herzüberwachung ohne Zusatzgeräte, direkt aus dem Alltag heraus.

Laut Guardio Health richtet sich die App an Personen mit Herzrisikofaktoren – Bluthochdruck, bekannten Herzrhythmusbeschwerden oder familiärer Vorbelastung. Das Monitoring ergänzt reguläre kardiologische Untersuchungen, ersetzt sie aber nicht. PPG-basierte Smartphone-Messungen liefern nach aktuellem Stand der Forschungsliteratur brauchbare Herzfrequenz- und Rhythmusdaten, decken aber nicht alle Parameter ab, die ein klinisches 12-Kanal-EKG erfasst.

Studienlage und Belege

Elektrodenlose EKG-Systeme auf Smartphone-Basis sind Gegenstand aktiver klinischer Forschung. Das Fraunhofer IGD hat laut igd.fraunhofer.de an mehreren Projekten zu berührungsloser Vitalparametermessung mitgewirkt. Für den Einsatz als klinisches Diagnose-Medizinprodukt wäre gemäß EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 eine CE-Zertifizierung erforderlich. Die regulatorische Einordnung von Guardio Health – Medizinprodukt oder Wellness-Anwendung – sowie Details zur klinischen Validierung sind auf guardio.health einsehbar und sollten vor einem medizinisch relevanten Einsatz geprüft werden.

Guardio Health richtet sich primär an Privatanwender zur persönlichen Gesundheitsbeobachtung. Personen mit bekannten Herzerkrankungen sollten die Eignung vorab mit ihrem Kardiologen klären. Die Kooperation zwischen Startups und Fraunhofer-Instituten ist im deutschen Digital-Health-Ökosystem ein etabliertes Modell für wissenschaftsbasierte Produktentwicklung.

Guardio Health steht exemplarisch für einen wachsenden Trend im deutschen Digital-Health-Bereich: wissenschaftlich fundierte Technologie aus Forschungseinrichtungen, nutzbar gemacht für den Alltag ohne Spezialhardware. Die Anwendung ist über guardio.health sowie die gängigen App-Stores für Android und iOS verfügbar. Für den langfristigen Einsatz zur persönlichen Herzgesundheitsüberwachung empfiehlt sich eine regelmäßige Rücksprache mit dem behandelnden Kardiologen, um die Messwerte der App im klinischen Kontext einzuordnen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Privatpersonen mit Herzrisikofaktoren (Bluthochdruck, Herzrhythmusbeschwerden, familiaere Vorbelastung) sowie Kardiologen und hausaerztliche Praxen, die Patienten mit zugaenglichen Selbstmessgeraeten ausstatten moechten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Keine oeffentlich kommunizierte Preisstruktur (Markteinfuehrungsphase). Informationen auf guardio.health.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Guardio Health

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Guardio nutzt die Kamera- und Sensortechnik des Smartphones, um kardiale Biosignale über die Hautoberfläche zu erfassen. Der Algorithmus wandelt diese in eine EKG-ähnliche Kurve um – ganz ohne Elektroden oder Zusatzgeräte.

Nein. Guardio ist ein ergänzendes Monitoring-Tool, kein klinisches Medizinprodukt. Bei Verdacht auf Herzerkrankungen oder Beschwerden ist immer eine ärztliche Untersuchung mit zertifiziertem EKG-Gerät notwendig.

Nein. Guardio Health ist keine zugelassene DiGA nach § 33a SGB V und wird von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen nicht erstattet.

Guardio wurde vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt entwickelt – einer der führenden angewandten Forschungseinrichtungen Europas.

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