FerroSens

FerroSens ist ein Spin-off des Laser Research Laboratory am LIFE Center des Universitätsklinikums München (LMU), das eine der häufigsten Mangelerkrankungen weltweit adressiert: Eisenmangel. Obwohl Eisenmangel – auch ohne Anämie – nachweislich Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen, Schwangerschaftsgesundheit und das Immunsystem beeinträchtigt, ist die Routinediagnostik bislang auf Blutentnahmen und Laboranalytik angewiesen. FerroSens will das ändern und hat dafür das FIDscreen-Gerät entwickelt.

01 · Profil

Über FerroSens

FIDscreen: Eisenmangeltest ohne Blut

Das FIDscreen misst den Marker Zinkprotoporphyrin (ZnPP), der sich bei unzureichender Eisenversorgung in roten Blutkörperchen anreichert. Statt einer Blutentnahme wird der Messkopf des Geräts an der Unterlippe des Patienten positioniert; per Fluoreszenz-Spektroskopie wird die ZnPP-Konzentration im Gewebe quantitativ bestimmt. Laut Unternehmensangaben dauert die Messung etwa eine Minute. Das Ergebnis liegt sofort vor – kein Labor, keine Wartezeit, keine Nadel.

Die Entwicklung greift eine explizite Forschungspriorität der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, die ein kostengünstiges, portables und zuverlässiges ZnPP-Messgerät als dringend benötigt eingestuft hatte. Das Team des Laser Research Laboratories führte nach Unternehmensangaben klinische Studien mit rund 1.000 Teilnehmern durch, um die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der nicht-invasiven Methode zu validieren.

Einsatzbereiche und Zielgruppen

Das FIDscreen richtet sich an medizinische Fachkräfte, Blutspendezentren und Forschungseinrichtungen, die rasche Screenings ohne Laborinfrastruktur durchführen möchten. Geplante Einsatzbereiche sind Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren – bei denen Eisenmangel besonders häufig auftritt und schwerwiegende Folgen hat –, Screenings in einkommensschwachen Regionen und Verlaufskontrollen bei Patienten mit Eisensubstitutionstherapie.

Epidemiologischer Kontext

Die WHO schätzt, dass Eisenmangel mit rund 30 Prozent der Weltbevölkerung die häufigste Nährstoffmangelerkrankung weltweit ist. In Deutschland sind Frauen im gebärfähigen Alter und ältere Patienten mit chronischen Erkrankungen überproportional betroffen. Ein schnelles, nicht-invasives Screeningverfahren könnte helfen, Diagnosezeiten drastisch zu verkürzen und die Reichweite von Vorsorgeprogrammen zu erweitern, besonders in ressourcenarmen Versorgungsstrukturen.

Forschungsstand und Validierung

Die Messung von Zinkprotoporphyrin als indirekter Eisenmangelmarker ist seit Jahrzehnten aus der Hämatologie bekannt, war aber bislang auf Laboranalytik (Hämatofluorometer) beschränkt. FerroSens überträgt dieses Prinzip auf ein portables, nicht-invasives Gerät, das keine Blutentnahme benötigt. Die Forschungsgruppe am LMU Klinikum München hat nach Unternehmensangaben mehrere wissenschaftliche Publikationen zu dem Verfahren veröffentlicht. Das Gerät ist auf eine Marktlücke zwischen teuren Laboranalysen und unzuverlässigen symptombasierten Screenings ausgerichtet – besonders relevant in Ländern mit eingeschränkter Laborinfrastruktur. Eisenmangel betrifft in Deutschland besonders Frauen im gebärfähigen Alter; einer aktuellen Erhebung zufolge haben bis zu 20 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren einen latenten Eisenmangel ohne Anämie. FerroSens adressiert hier einen präventiven Screening-Bedarf, der mit konventionellen Bluttests zwar diagnostizierbar, aber praktisch kaum routinemäßig durchgeführt wird.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von FerroSens umfasst medizinische Einrichtungen und Fachkräfte, die Eisenmangel diagnostizieren und behandeln, insbesondere in pädiatrischen und allgemeinmedizinischen Praxen. Auch Patienten, die eine einfache und stressfreie Diagnosemethode bevorzugen, gehören zur Zielgruppe.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Medizinprodukt für Fachkräfte und Screening-Programme. Vertriebs- und Preiskonditionen auf Anfrage; kein Direktverbraucher-Vertrieb.

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