Dyphox

Krankenhauskeime, insbesondere multiresistente Erreger wie MRSA, sind für Tausende von Infektionen jährlich verantwortlich und kosten das Gesundheitssystem Milliarden. Konventionelle Desinfektionsmittel wirken nur unmittelbar nach der Anwendung – danach sind Oberflächen wieder ungeschützt. Dyphox, eine Technologie der TriOptoTec GmbH aus Regensburg, verfolgt einen anderen Ansatz: eine dauerhafte antimikrobielle Wirkoberfläche auf Basis von Photodynamik, die rund um die Uhr aktiv ist.

01 · Profil

Über Dyphox

Technologie: photodynamische Oberflächen-Desinfektion

Das DYPHOX-System basiert auf einem photodynamischen Katalysator, der als Additiv in Lacke, Farben, Silicone oder Flüssigkeiten eingemischt wird. Unter Einfluss von Licht – natürlichem Tageslicht oder künstlicher Beleuchtung – wandelt der Katalysator Umgebungssauerstoff in hochreaktive Sauerstoffspezies um, die Mikroorganismen direkt auf der Oberfläche zerstören. Laut Bayern Kapital, das mehrfach in TriOptoTec investiert hat, reduziert die Technologie die Keimzahl auf behandelten Oberflächen um bis zu 99,9999 Prozent. TriOptoTec ist ein Spin-off des Universitätsklinikums Regensburg und sitzt im BioPark Regensburg.

Anwendungsgebiete und Produktformen

DYPHOX ist vielseitig einsetzbar: als Additiv in Wandfarben, Drucklacken und Verpackungsmaterialien, aber auch als fertige Wisch- und Sprühlösungen zur nachträglichen Oberflächenbeschichtung. Hauptanwendungsgebiet ist das Krankenhaus – speziell Hochrisikobereiche wie Operationssäle, Intensivstationen und Sanitäranlagen, wo eine konstante Keimreduzierung kritisch ist. Darüber hinaus findet DYPHOX Einsatz in öffentlichen Verkehrsmitteln, der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie. Im Vergleich zu UV-C-Desinfektionssystemen wie Xenex oder Pulsed-Xenon-Geräten benötigt DYPHOX keine Spezialbeleuchtung und wirkt passiv rund um die Uhr.

Unternehmensgeschichte und Investoren

TriOptoTec wurde als Spin-off des Universitätsklinikums Regensburg gegründet. Bayern Kapital, der führende bayerische Wagniskapitalgeber für Life-Science-Startups, hat mehrfach in das Unternehmen investiert, zuletzt mit einem erneuten Investment zur Skalierung der Produktionstechnologie, wie management-krankenhaus.de 2024 berichtete. Das Produkt hat Insolvenzen überlebt – nach Berichten auf chemie.de und gerichte-und-urteile.de wurde Dyphox GmbH zwischenzeitlich neu strukturiert, operiert heute aber wieder regulär als TriOptoTec GmbH am BioPark Regensburg.

Regulatorik und Zulassung

Für antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen im Medizinbereich gelten in Europa die Biozid-Produkt-Verordnung (BPR, EU 528/2012) und gegebenenfalls MDR-Anforderungen bei Produkten mit Medizinproduktkontakt. TriOptoTec befindet sich laut Unternehmensangaben in entsprechenden Zulassungsprozessen. Die Technologie ist im Sentinel-Haus-Netzwerk registriert, das Baumaterialien auf Schadstoffe und gesundheitliche Verträglichkeit prüft.

Ausblick und Marktpotenzial

Der Markt für antimikrobielle Beschichtungen im Gesundheitswesen wächst angesichts steigender Antibiotikaresistenz-Raten. Laut RKI werden jährlich allein in Deutschland rund 400.000 Patienten mit nosokomialen Infektionen konfrontiert, von denen ein Teil auf kontaminierte Oberflächen zurückzuführen ist. Dyphox adressiert dieses Problem mit einer passiven, daueraktiven Beschichtungstechnologie, die keine Verhaltensänderung beim Krankenhauspersonal erfordert. Laut Bayern Kapital ist TriOptoTec einer der wenigen deutschen Startups mit validiertem Wirknachweis gegen MDR-konforme Anforderungen in der antimikrobiellen Flächendesinfektion.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Dyphox sind vor allem Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime. Darüber hinaus können auch Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, dem Gastgewerbe oder öffentliche Einrichtungen, die eine hohe Hygienestandards benötigen, von diesem Service profitieren. Die potenziellen Nutzer sind also Personen, die in Umgebungen arbeiten, in denen Keimfreiheit von größter Bedeutung ist.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Dyphox

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Dyphox nutzt einen photodynamischen Katalysator, der bei Lichtkontakt Umgebungssauerstoff in reaktive Sauerstoffspezies umwandelt und Mikroorganismen auf Oberflächen dauerhaft abtötet – ohne Nachauftragen.

Laut Bayern Kapital reduziert die DYPHOX-Technologie die Keimzahl auf behandelten Oberflächen um bis zu 99,9999 Prozent.

Hauptanwendung ist das Krankenhaus (OP-Säle, Intensivstationen), ergänzt durch Einsatz in Verkehrsmitteln, Lebensmittelindustrie, Gastronomie und Verpackungen.

Herkömmliche Desinfektionsmittel wirken nur direkt nach der Anwendung. Dyphox ist als dauerhafte Beschichtung permanent aktiv, solange Licht vorhanden ist.

Dyphox ist ein Produkt der TriOptoTec GmbH, einem Spin-off des Universitätsklinikums Regensburg, das von Bayern Kapital mehrfach gefördert wurde.

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