Directsens

Enzymatische Biosensoren ohne synthetische Redoxmediatoren – das ist der technologische Kern, den DirectSens seit seiner Gründung 2013 aus der universitären Forschung in industrielle Anwendungen überträgt. Das Wiener Unternehmen ist ein Spin-off der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und wurde von fünf Absolventen des Instituts für Biokatalyse gegründet, die ihre Erkenntnisse zur Cellobiose-Dehydrogenase (CDH) kommerzialisieren wollten.

01 · Profil

Über Directsens

Wie funktioniert's

CDH ist ein Enzym, das Kohlenhydrate über direkten Elektronentransfer oxidiert – ohne den Sauerstoffbedarf klassischer Glukoseoxidase-Sensoren. Laut einer Studie im Fachjournal ChemElectroChem (2022) ermöglicht dieser Ansatz sauerstoffunabhängige, präzisere Messungen, was für kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGMS) in der Diabetesversorgung relevant ist. DirectSens entwickelt auf dieser Basis zwei Produktlinien: Enzymlösungen für Medizintechnikhersteller sowie fertige Assay-Kits für Qualitätskontrollprozesse in der Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben ISO-zertifizierte Produktionsflächen in Wien.

Produkte und Partnerschaften

Das bekannteste Produkt ist LactoSens, ein Biosensor-Kit zur Laktose-Schnellanalyse direkt in Molkereien. Die LactoSens-Technologie wurde von Kerry Group plc übernommen, einem der weltweit größten Lebensmittelzutaten-Konzerne – ein konkreter Beleg für die kommerzielle Reife der Plattform. Hinzu kommen OatSens für haferbasierte Getränke und FermSens für Glukose- und Laktatbestimmung in Fermentationsprozessen. Im Gesundheitsbereich kooperiert DirectSens laut Unternehmenswebsite seit 2025 mit dem österreichischen Forschungskonsortium MetAGE an einem Frühdiagnostik-Ansatz für Typ-2-Diabetes. Das Unternehmen präsentierte seine neueste Plattformgeneration zuletzt auf der Analytica 2026 in München.

Wer steckt dahinter

Der Aufbau wurde von AWS (Austria Wirtschaftsservice), der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) sowie der Vienna Business Agency gefördert. Investoren wie Innofly Management und i5invest sind laut Unternehmensangaben beteiligt. Die Gründer bauen auf einem wachsenden Patentportfolio auf, das CDH-Enzymvarianten für Langzeitstabilität und breitere Substrat-Spezifität erschließt. Wissenschaftliche Co-Autorenschaften mit BOKU-Forschungsgruppen belegen den akademischen Unterbau.

Stärken und Schwächen

DirectSens hat einen gut belegten wissenschaftlichen Ausgangspunkt und erschließt über B2B-Lizenzierung und Assay-Kit-Vertrieb unterschiedliche Märkte. Der direkte Marktzugang zu Endverbraucherinnen fehlt: Im Vergleich zu Continuous-Glucose-Monitoring-Anbietern wie Dexcom oder Abbott FreeStyle Libre agiert DirectSens als technologischer Enabler in der Lieferkette. Das begrenzt die eigene Markenbekanntheit, reduziert aber regulatorisches Risiko. Für den deutschen Markt ist DirectSens als Zulieferer von CGMS-Enzymkomponenten interessant, da kontinuierliches Glukosemonitoring laut Bundesärztekammer zu den wachstumsstärksten Bereichen der vernetzten Medizintechnik gehört. Die Positionierung als Plattform-Enabler bedeutet, dass DirectSens von der Skalierung seiner Partnerprojekte profitiert, ohne selbst regulatorische Zulassungsprozesse für Endprodukte durchlaufen zu müssen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von DirectSens umfasst sowohl B2B- als auch B2C-Kunden. Im B2B-Bereich richtet sich das Unternehmen an Unternehmen und Institutionen, die innovative Biosensor-Technologien für analytische Zwecke benötigen, wie z.B. Laboratorien, Forschungsinstitute und Unternehmen im Bereich der klinischen Chemie. Im B2C-Bereich könnten Endverbraucher von den präzisen Messmöglichkeiten der Produkte, wie etwa zur Überwachung von Gesundheitsparametern, profitieren. Besonders relevant ist das Unternehmen für den Gesundheitssektor, einschließlich der Bereiche Frauen- und Schwangerschaftsgesundheit.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Kostenstruktur von DirectSens ist nicht explizit angegeben. Da das Unternehmen jedoch spezialisierte Biosensorlösungen anbietet, ist anzunehmen, dass die Preisgestaltung projekt- oder produktabhängig ist und sich nach den spezifischen Anforderungen der Kunden richtet. Informationen zu genauen Preisen oder Abrechnungsmodellen sind nicht verfügbar.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Directsens

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Primär für Medizintechnikhersteller, die Biosensor-Komponenten für Glukosemesssysteme benötigen, sowie für die Lebensmittelindustrie im Bereich Qualitätskontrolle (Laktose, Zucker, Fermentation).

CDH-basierte Sensoren arbeiten via direktem Elektronentransfer und sind sauerstoffunabhängig. Klassische Glukoseoxidase-Sensoren reagieren empfindlich auf Sauerstoffkonzentrationen, was unter bestimmten Bedingungen Messfehler erzeugen kann.

DirectSens agiert hauptsächlich als Technologieplattform und Zulieferer. Eigene CE-zugelassene Medizinprodukte für den Endkundenmarkt existieren nach aktuellem Stand nicht.

LactoSens ist ein Biosensor-Assay-Kit zur schnellen Laktosebestimmung direkt in Molkereien. Die Technologie wurde von Kerry Group plc übernommen und ist kommerziell im Einsatz.

DirectSens GmbH hat seinen Sitz in Wien, Österreich, und betreibt eigene ISO-zertifizierte Produktionsflächen in der Stadt.

Diese App ist gelistet in

Kategorien

Entdecke weitere Services und Angebote in diesen Bereichen.

Du bist Mitarbeiter:in oder Geschäftsführung dieses Unternehmens und hast einen Änderungswunsch? hallo@bestes.com

Die Bestes-App

Gesundheit, die kostenlos in deiner Tasche ist.

Quiz, Vorsorge, KI-Coach und mehr — für dich und deine Familie. Jetzt im App Store und bei Google Play.