Digehealth
01 · Profil
Über Digehealth
Technologie und Messprinzip
Das DigeHealth-Wearable wird am Bauch getragen und zeichnet Darmgeräusche (Borborygmi), Herzfrequenz, Herzratenvariabilität (HRV) und Aktivitätsdaten auf. Die Kombination dieser Parameter erlaubt nach Angaben des Unternehmens neue Einblicke in die Motilität des Darms – also in die Muskelkontraktionen, die den Verdauungsprozess antreiben. Laut BioAlps, dem Schweizer Life-Science-Netzwerk für die Westschweiz, soll das System klinische Einsätze in der postoperativen Versorgung, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) sowie bei neurogenem Darmsyndrom ermöglichen.
Darmgeräusche wurden in der Klinik bislang mit einem Stethoskop abgehört – ein subjektives Verfahren, das stark vom Untersucher abhängt. DigeHealth automatisiert und objektiviert diese Messung und kombiniert sie mit kontextgebenden Vitaldaten.
Finanzierung und Entwicklungsstand
Im Jahr 2025 sicherte sich DigeHealth eine Seed-Finanzierung von 1,25 Millionen Schweizer Franken. An der Runde beteiligten sich laut startupticker.ch der Medin Fund Management, die Lichtsteiner Foundation, Digital Africa und Joylab SA. Das Kapital soll laut Unternehmensangaben genutzt werden, um die Wearable-Technologie weiterzuentwickeln und klinische Studien zu finanzieren.
DigeHealth ist zudem Teilnehmer des Venturelab-Programms Venture Leader Medtech, einem der renommiertesten Schweizer Förderprogramme für MedTech-Gründungen.
Im Vergleich zu Alternativen
Klassische Methoden der Darmfunktionsüberwachung – Kapsel-Endoskopie, Manometrie oder Szintigraphie – sind invasiv oder erfordern aufwendige Klinikinfrastruktur. DigeHealth setzt auf das nicht-invasive Wearable als ambulante Monitoring-Lösung, die Patienten auch zu Hause tragen können. Ähnliche Ansätze verfolgen im weiteren Sinne Firmen wie Gastrologix oder Medtronic mit implantierter Sensortechnik, jedoch für andere klinische Szenarien. Da DigeHealth sich derzeit noch in der klinischen Validierungsphase befindet, ist das Produkt für Verbraucher noch nicht direkt verfügbar.
Für die klinische Praxis bedeutet ein ambulant einsetzbares Darm-Monitoring-Wearable eine Erweiterung des diagnostischen Werkzeugkastens: Postoperative Patientinnen und Patienten könnten nach der Entlassung weiter überwacht werden, ohne erneut stationär aufgenommen werden zu müssen. Dieses Use-Case-Profil macht DigeHealth sowohl für Akutkliniken als auch für ambulante Gastroenterologie-Praxen interessant. Das Biopôle Life Science Campus in Epalinges bietet als spezialisiertes Life-Science-Ökosystem idealen Zugang zu klinischen Partnern und Investoren aus der Westschweizer MedTech-Szene. Das Venture-Leader-Programm 2025 hat das Startup als eines der vielversprechendsten Schweizer MedTech-Frühphasen-Unternehmen ausgezeichnet.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von DigeHealth umfasst sowohl Privatpersonen als auch Forscher im Gesundheitsbereich. Privatpersonen, die an funktionellen gastrointestinalen Störungen, Nahrungsmittelintoleranzen oder an der Verbesserung ihrer allgemeinen Darmgesundheit interessiert sind, können von den Produkten profitieren. Forscher und medizinische Fachkräfte, die sich mit der Diagnose, Überwachung und Behandlung von Darmerkrankungen sowie der Magen-Darm-Gesundheit und Ernährung beschäftigen, finden in DigeHealth einen wertvollen Partner für ihre Studien und Analysen.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
DigeHealth richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Forscher im Gesundheitsbereich. Die Produkte sind für Forschungs- und persönliche Zwecke gedacht und nicht als medizinische Geräte klassifiziert. DigeHealth macht keine medizinischen Ansprüche bezüglich Diagnose, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten. Informationen zu spezifischen Kostenstrukturen oder Preisen für die Geräte und Dienstleistungen sind auf der Webseite nicht angegeben.
FAQ · 04 Fragen
Häufig gefragt zu Digehealth
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
Darmgeräusche entstehen durch Darmkontraktionen, die den Nahrungsbrei transportieren. Veränderte Muster können auf Darmobstruktionen, Entzündungen oder gestörte Motilität hinweisen.
Nein. Das Produkt befindet sich laut Unternehmensangaben (Stand 2025) noch in der klinischen Validierungsphase. Eine kommerzielle Zulassung steht noch aus.
Laut BioAlps zielt DigeHealth auf postoperativen Ileus, nutritive Intoleranz, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD) und neurogenes Darmsyndrom.
Frühzeitige Warnsignale aus kontinuierlichem Monitoring könnten Wiedereinweisungen nach Bauchoperationen und andere Komplikationen reduzieren, laut DigeHealth ein zentrales Entwicklungsziel.
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