CureVision

Chronische Wunden gelten in Deutschland als stilles Gesundheitsproblem. Medizinische Fachgesellschaften schätzen, dass hierzulande mehr als vier Millionen Menschen an schwer heilenden Wunden leiden – häufig ausgelöst durch Diabetes, Arterienerkrankungen oder langanhaltenden Druck. Die Versorgung dieser Patienten ist zeitaufwendig: Wundfachkräfte messen Wunden manuell, dokumentieren per Formular und vergleichen Aufnahmen aus verschiedenen Wochen, um Heilungsfortschritte zu beurteilen. Dieser Ablauf ist fehleranfällig, kaum standardisierbar und verschlingt knappe Pflegezeit, die an anderer Stelle fehlt.

01 · Profil

Über CureVision

Das Münchner Startup cureVision GmbH (gegründet 2021, Handelsregister München HRB 264785) hat ein System entwickelt, das diesen Prozess vollständig automatisiert. Ein portabler 3D-Scanner mit drei integrierten Sensoren – einer Tiefenkamera für Wundvolumen und Fläche, einer Wärmekamera für die Temperaturmessung und einer hochauflösenden Kamera für die Gewebeanalyse – erfasst die Wunde kontaktlos und schattenfrei. Eine eigens entwickelte KI-Software klassifiziert anschließend die Gewebetypen im Wundbett und erstellt eine strukturierte Dokumentation. Laut Unternehmensangaben ist der gesamte Vorgang in wenigen Sekunden abgeschlossen – ohne Papierlineale, ohne Marker und ohne physischen Kontakt mit der Wunde.

Das System ist als Medizinprodukt nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) zugelassen. Die MDR, die seit Mai 2021 vollständig gilt, stellt an Hersteller erheblich höhere Anforderungen als frühere Regelwerke – sie verlangt klinische Bewertungsdaten, aktives Post-Market-Surveillance und ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. cureVision ist nach Unternehmensangaben das erste 3D-Wundanalysesystem, das diese Anforderungen in Europa erfüllt hat. Eine CE-Kennzeichnung nach MDR gilt im europäischen Gesundheitsmarkt als substanzielle regulatorische Hürde.

Die Förderhistorie des Unternehmens ist breit: Die Europäische Kommission nahm cureVision in das WomenTechEU-Programm auf, Teil des Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe, und stellte eine Förderung von 75.000 Euro bereit (laut SCE.de, 2023). Zusätzlich erhielt das Unternehmen im Frühstadium ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft. Investoren wie Brandenburg Kapital und BioLab Holdings beteiligten sich anschließend über die Crowdinvesting-Plattform Companisto an Finanzierungsrunden (laut Brandenburg Kapital, 2025).

Das Produkt hat auch Auszeichnungen erhalten: 2023 gewann cureVision den HEALTH-I Award (Digitaler Gesundheitspreis), 2024 den zweiten Hauptpreis des Bayerischen Innovationspreises, vergeben vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft (laut BioM.org, 2024).

Wer setzt cureVision ein?

Das System ist für Pflege- und Wundfachkräfte konzipiert – nicht für den Einsatz durch Patienten selbst. Einrichtungen, die cureVision nach Unternehmensangaben einsetzen, sind Krankenhäuser, Pflegeheime, ambulante Wundzentren und Arztpraxen mit Wundversorgungsschwerpunkt. Das Geschäftsmodell basiert auf SaaS-Jahreslizenzen mit automatischer Verlängerung; konkrete Preise veröffentlicht das Unternehmen nicht. Für 2026 plant cureVision die FDA-Zulassung für den nordamerikanischen Markt sowie die Einführung einer dritten Produktgeneration, die laut Unternehmensangaben erstmals eine kontaktfreie Bakterienanalyse per Kamerabild ermöglichen soll.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Pflege- und Wundfachkräfte in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanter Versorgung, die präzise digitale Wunddokumentation benötigen; Wundmanager, die Haftungssicherheit durch lückenlose Fotodokumentation anstreben.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu CureVision

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Das System erfasst mit drei Sensoren (3D-Tiefenkamera, Wärmekamera, Hochauflösungskamera) Geometrie und Gewebestruktur einer Wunde kontaktlos. Eine KI-Software klassifiziert automatisch relevante Gewebetypen im Wundbett – etwa Nekrosen, Granulationsgewebe oder Fibrinbelag – und erstellt eine digitale Dokumentation für die Wundakte.

Ja. Das System ist nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) als Medizinprodukt zugelassen. Die MDR verlangt klinische Bewertungsdaten und ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. cureVision gilt nach Unternehmensangaben als erstes 3D-Wundanalysesystem, das diese Anforderungen in Europa erfüllt hat.

Das System richtet sich ausschließlich an medizinisches und pflegerisches Fachpersonal. Einsatzbereiche laut Unternehmensangaben sind Krankenhäuser, Pflegeheime, ambulante Wundzentren und Arztpraxen mit Schwerpunkt Wundversorgung. Eine direkte Nutzung durch Patienten ist nicht vorgesehen.

cureVision wird als SaaS-Jahreslizenz angeboten; konkrete Preise veröffentlicht das Unternehmen nicht. Angebote werden individuell je nach Einrichtungsgröße und Bedarf erstellt. Interessierte Einrichtungen können Kontakt über die Unternehmenswebsite curevision.de aufnehmen.

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