Calciscon

Bei chronischer Nierenerkrankung (CKD) steigt das Herzkreislaufrisiko mit fortschreitender Nierenfunktionseinschränkung rapide an – ein Mechanismus, der lange kaum messbar war. Calciproteinpartikel (CPP) sind eine erst kürzlich entdeckte Klasse zirkulierender Substanzen, die nach Angaben des Unternehmens als potente endogene Treiber von Entzündungen, oxidativem Stress und Gefäßverkalkung gelten. Das Schweizer Unternehmen Calciscon AG, gegründet 2013 in Biel/Bienne, entwickelt mit dem T50-Test ein In-vitro-Diagnostikum, das diese Partikel im Blut quantifizierbar macht und damit ein neues diagnostisches Werkzeug für Nephrologen und Kliniklabore bereitstellt.

01 · Profil

Über Calciscon

Wie funktioniert der T50-Test

Der T50-Test misst die Kristallisationsneigung von Calciproteinpartikeln im Blutserum eines Patienten. Dabei steht T50 für die Zeit, nach der 50 Prozent der CPP kristallisiert sind: Ein niedriger T50-Wert signalisiert laut Unternehmen eine erhöhte Kalzifizierungsneigung und damit ein gesteigertes kardiovaskuläres Risiko. Das Ergebnis liefert Nephrologen und Dialysezentren eine objektive Grundlage, um das Phosphatmanagement und andere Therapieentscheidungen individuell anzupassen. Das Testverfahren ist als In-vitro-Diagnostikum (IVD) konzipiert und wird in spezialisierten Kliniklaboren durchgeführt. Ab November 2025 betreibt laut Calciscon die Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) in Österreich den T50-Messdienst, nachdem das Unternehmen die Serviceaktivitäten an das Forschungszentrum übertragen hat.

Studienlage und Belege

In einer prospektiven Studie von Fresenius Medical Care aus dem Jahr 2023 wurde der T50-Test als unabhängiger Prädiktor für die Sterblichkeit bei Hämodialyse-Patienten identifiziert – ein Befund, der den klinischen Einsatz des Tests zur Risikostratifizierung bei Endstadium-Nierenerkrankung stützt. Im April 2024 veröffentlichte Calciscon zudem Daten, die zeigen, dass T50 auch Sterblichkeitsrisiken bei Typ-2-Diabetes vorhersagen kann. Das Forschungsinteresse dokumentiert auch ein von der europäischen Eurostars-Eureka-Initiative gefördertes Konsortium: Das Projekt erhielt 2023 rund 2 Millionen Euro, um die globale Verfügbarkeit des T50-Tests auszubauen.

Wer steckt dahinter

Calciscon AG wurde 2013 in Biel/Bienne (Schweiz) gegründet und beschreibt sich selbst als Weltmarktführer in der Entwicklung von CPP-Messtechnologien. Gründer, Präsident und CMO ist Prof. Andreas Pasch, praktizierender Nephrologe und Erfinder des T50-Tests. Die Unternehmensführung liegt bei CEO Vincent Linder, Ph.D., einem Serienunternehmer mit langjähriger Erfahrung in der In-vitro-Diagnostik-Branche in den USA und Europa, darunter Produktentwicklungen nach CE- und FDA-Standards. Wissenschaftlicher Berater ist Prof. Edward Smith, Ph.D., einer der Miterfinder des CPP-Assays und Experte für CPP-Biologie. Das Unternehmen plant neben weiteren Diagnostikprodukten mittelfristig auch die Expansion in den Therapeutika-Bereich.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Calciscon umfasst hauptsächlich Patienten mit chronischen Erkrankungen, insbesondere solche mit terminaler Nierenerkrankung und erhöhtem kardiovaskulären Risiko. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an medizinische Fachkräfte, die in der Nephrologie und verwandten Bereichen tätig sind, sowie an Forschungseinrichtungen, die sich mit entzündlichen und degenerativen Erkrankungen befassen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Calciscon bietet seinen CE-gekennzeichneten T50-Bluttest über akkreditierte medizinische Labore an. Die Kostenstruktur ist nicht öffentlich zugänglich, jedoch ist bekannt, dass der Test über medizinische Fachkräfte und Labore vertrieben wird, was darauf hindeutet, dass die Kosten von den Patienten oder deren Versicherungen getragen werden könnten.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Calciscon

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Der Test richtet sich primär an Nephrologen, Dialysezentren und klinische Labore, die Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung oder Hämodialysepflicht betreuen. Neuere Daten deuten darauf hin, dass der Test auch für die kardiovaskuläre Risikobewertung bei Typ-2-Diabetes relevant sein kann.

Der T50-Test ist ein In-vitro-Diagnostikum, das die Kristallisationsneigung von Calciproteinpartikeln (CPP) im Blutserum misst. T50 steht für die Zeit, nach der 50 Prozent der CPP kristallisiert sind. Ein niedriger Wert weist auf erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hin und hilft Nephrologen bei Therapieentscheidungen.

Ja. In einer prospektiven Studie von Fresenius Medical Care (2023) wurde T50 als unabhängiger Prädiktor für die Sterblichkeit bei Hämodialyse-Patienten identifiziert. Calciscon veröffentlichte 2024 zudem Daten zur Mortalitätsprädiktion bei Typ-2-Diabetes. Der Test ist Gegenstand eines EU-geförderten Eurostars-Eureka-Forschungsprojekts.

Seit November 2025 betreibt die Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) in Österreich den T50-Messdienst. Calciscon hat die Serviceaktivitäten an das Forschungszentrum übertragen, während Produktentwicklung und Lizenzgeschäft bei Calciscon AG in der Schweiz verbleiben.

Der T50-Test ist ein spezialisierter Labortest, der bislang vor allem in klinischen Studien und spezialisierten Nephrologiezentren eingesetzt wird. Ob Krankenkassen die Kosten übernehmen, hängt von der jeweiligen Behandlungssituation und dem Leistungskatalog der Kasse ab.

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