Brainlab
01 · Profil
Über Brainlab
Produktportfolio: Navigation, Radiochirurgie und digitale OP-Integration
Das Kernsystem von Brainlab ist die Elements-Plattform, die Chirurgen in Echtzeit mit bildgeführten Planungs- und Positionierungsdaten versorgt. Eingesetzt wird sie in der Neurochirurgie, HNO-Heilkunde, kraniomaxillofazialen Chirurgie sowie in der Wirbelsäulenchirurgie. Parallel dazu bietet Brainlab Softwarelösungen für Radiochirurgie und Strahlentherapie, bei denen Tumore millimetergenau bestrahlt werden. Laut eigenen Angaben hält Brainlab rund 60 Prozent Marktanteil in der globalen neurochirurgischen Navigation – vor Wettbewerbern wie Stryker Navigation und Medtronic StealthStation. Ein weiteres Standbein ist die digitale OP-Integrationsplattform Buzz, die Bilddaten aus Geräten verschiedener Hersteller zentral bündelt und dem OP-Team in Echtzeit bereitstellt. Das System erlaubt krankenhausübergreifenden Datenaustausch via Cloud und erleichtert so die multidisziplinäre Operationsplanung.
Finanzlage, IPO-Pläne und aktueller Status
Nach Bloomberg-Daten erzielte Brainlab im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 330 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen beschäftigt etwa 2.000 Mitarbeitende an Standorten in München, Chicago und Shanghai. Im Frühjahr 2025 bereitete Brainlab einen Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse vor, der laut EQS-Adhoc-Meldung ein Emissionsvolumen von bis zu 378 Millionen US-Dollar umfassen sollte. Laut Meldung vom 1. Juli 2025 verschob Brainlab das IPO-Vorhaben jedoch aufgrund geopolitischer Unsicherheiten auf unbestimmte Zeit. Das Unternehmen bleibt vorerst privat und in Familienbesitz.
Zulassung, Ausbildung und Marktpositionierung
Die Systeme von Brainlab sind CE-zertifiziert und in den USA FDA-zugelassen für chirurgische und radioonkologische Anwendungen. Die Produktlinie richtet sich ausschließlich an Krankenhäuser, Kliniken und spezialisierte medizinische Einrichtungen. Brainlab hat nach eigenen Angaben seit der Gründung mehr als 100.000 Chirurginnen und Chirurgen geschult. Im Vergleich zu Wettbewerbern positioniert sich das Unternehmen als offene Software-Plattform, die herstellerunabhängig mit bestehender Bildgebungsinfrastruktur zusammenarbeitet und keine proprietären Hardware-Ökosysteme voraussetzt.
Wettbewerbsumfeld und Ausblick
Im Bereich der neurochirurgischen Navigation konkurriert Brainlab vor allem mit Stryker (System Stryker NAV3i) und Medtronic (StealthStation), die ebenfalls zertifizierte Systeme für Neurochirurgie und Wirbelsäulenoperationen anbieten. Brainlab unterscheidet sich durch seinen Softwarefokus und die Offenheit gegenüber Dritthersteller-Hardware. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben einen erheblichen Teil des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz für automatisierte Bildauswertung und augmentierter Realität für den OP-Saal. Ein Börsengang ist perspektivisch weiterhin geplant; ein konkretes Datum wurde bislang nicht kommuniziert.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe für Brainlab sind medizinische Fachleute, insbesondere Chirurgen und Radiologen, die in hochtechnologischen Bereichen wie der Neurochirurgie, Orthopädie und Onkologie tätig sind. Darüber hinaus könnten auch Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen, die ihre chirurgischen und bildgebenden Verfahren verbessern möchten, von den Lösungen von Brainlab profitieren. Es ist auch wahrscheinlich, dass medizinische Forschungseinrichtungen und Universitäten, die an der Spitze der medizinischen Innovation stehen, Interesse an den Produkten und Dienstleistungen von Brainlab haben könnten.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Brainlab
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
Brainlab-Systeme sind CE-zertifiziert und FDA-zugelassen für neurochirurgische, HNO-, kraniomaxillofaziale sowie Wirbelsäuleneingriffe. Die Strahlentherapie-Module sind zusätzlich für radiochirurgische Anwendungen zugelassen.
Nach eigenen Unternehmensangaben hält Brainlab rund 60 Prozent Marktanteil in der neurochirurgischen Navigation weltweit. Die Systeme sind in über 5.000 Installationen in mehr als 85 Ländern im Einsatz.
Der für Juli 2025 geplante Frankfurter Börsengang wurde laut EQS-Adhoc-Meldung vom 1. Juli 2025 aufgrund geopolitischer Unsicherheiten auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Unternehmen bleibt vorerst in Familienbesitz.
Buzz ist Brainlabs digitale OP-Integrationsplattform, die Bilddaten verschiedener medizintechnischer Geräte zentralisiert und dem OP-Team in Echtzeit zur Verfügung stellt. Sie ermöglicht herstellerunabhängige Bildgebungsintegration im Operationssaal.
Nein, Brainlab richtet sich ausschließlich an Krankenhäuser, Kliniken und spezialisierte medizinische Einrichtungen. Privatpersonen erhalten keinen direkten Zugang zu den Produkten; die Systeme werden nur von ausgebildetem medizinischem Fachpersonal bedient.
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