Audibene

Schwerhörigkeit zählt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit: Schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen leben mit einem behandlungsbedürftigen Hörverlust. In Deutschland bleibt ein erheblicher Teil der Betroffenen trotz vorhandener Versorgungsmöglichkeiten unversorgt – ein Phänomen, das Experten unter anderem auf Hemmschwellen gegenüber dem stationären Akustikbesuch zurückführen. Audibene, 2012 von Paul Crusius und Marco Vietor in Berlin gegründet, entwickelte ein digitales Beratungsmodell, das diesen Einstieg vereinfachen soll. Der Prozess startet mit einer kostenlosen Online- oder Telefonberatung durch spezialisierte Hörberater – ohne Voranmeldung in einem Fachgeschäft.

01 · Profil

Über Audibene

Wie funktioniert's

Nach der digitalen Erstberatung werden Interessenten an einen von bundesweit mehr als 300 Partnerakustikern vermittelt. Dort findet ein kostenloser Hörtest sowie eine individuelle Hörgeräteanpassung statt, klinisch durchgeführt durch das Fachpersonal des Akustikers. Audibene koordiniert den Ablauf, begleitet den Nutzer während der mehrwöchigen Testphase und steht als Ansprechpartner bereit. Bei Zufriedenheit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen Festbetrag: Laut GKV-Spitzenverband beträgt der Kassenanteil 685,01 Euro je Ohr (Stand 2024). Für höherwertige Geräte mit Bluetooth-Streaming oder adaptiver Lärmdirektionalität fällt ein Eigenanteil an. Audibene-Berater unterstützen bei der Abwicklung des Erstattungsantrags. International operiert das Unternehmen unter der Marke hear.com in mehr als zehn Ländern, darunter USA, Kanada, Großbritannien und Australien.

Wer steckt dahinter

Audibene gehört seit 2019 zum Portfolio von WSAudiology, einem der weltweit größten Hersteller von Hörgeräten. WSAudiology entstand durch den Zusammenschluss der Konzerne Sivantos und Widex und bündelt mehrere internationale Hörgerätemarken unter einem gemeinsamen Dach. Laut Unternehmensangaben hat die Plattform seit ihrer Gründung mehr als einer Million Menschen bei der Hörgeräteversorgung begleitet (Audibene, Unternehmenswebsite 2024). Zusätzlich zur Beratungsplattform bietet Audibene eine Smartphone-App für Hörgeräteträger an: Über die App lassen sich Lautstärke, Hörprogramme und Geräteeinstellungen der kompatiblen Hörgeräte direkt anpassen – ohne erneuten Gang zum Akustiker.

Für wen ist es gedacht

Das Modell richtet sich primär an Menschen mit Hörverlust, die erstmals eine Hörgeräteversorgung in Betracht ziehen, sowie an bestehende Träger, die ihren Anbieter wechseln möchten. Besonders geeignet ist der Ansatz für Personen, die den direkten Gang in ein stationäres Fachgeschäft als Hürde empfinden oder geografisch eingeschränkt sind. Die Erstberatung ist kostenlos und unverbindlich. Gesetzlich Versicherte erhalten nach der Anpassung auf Antrag den GKV-Festbetrag erstattet; privat Versicherte sollten ihren individuellen Tarif prüfen, da die PKV-Erstattung je nach Vertrag variiert. Audibene ist kein Hörgerätehersteller und keine Krankenkasse – das Unternehmen koordiniert den Versorgungsprozess zwischen Nutzer und Partnerbetrieben und tritt dabei als Servicedienstleister auf.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Audibene sind in erster Linie Personen, die an Hörverlust leiden oder Probleme mit ihrem Gehör haben. Dies kann eine breite Altersgruppe umfassen, von älteren Menschen, die aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses Hörprobleme haben, bis hin zu jüngeren Menschen, die aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten Hörprobleme haben. Darüber hinaus könnte Audibene auch für Personen von Interesse sein, die in lauten Umgebungen arbeiten und ihr Gehör schützen möchten. Schließlich könnten auch Familienmitglieder und Pflegekräfte von Personen mit Hörverlust zur Zielgruppe gehören, da sie möglicherweise nach Lösungen suchen, um ihren Lieben zu helfen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Kosten für die Hörgeräte von audibene variieren je nach Modell und individuellen Anpassungen. Es gibt keine festen Preise, da die Kosten stark von den spezifischen Bedürfnissen und der gewählten Technologie abhängen. In der Regel werden die Kosten teilweise von Krankenkassen übernommen, abhängig von der jeweiligen Versicherung und dem Grad des Hörverlusts.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Audibene

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Ja, die telefonische oder digitale Erstberatung ist kostenlos und unverbindlich. Auch der anschließende Hörtest beim Partnerakustiker ist in der Regel gebührenfrei.

Audibene vermittelt Hörgeräte verschiedener Marken aus dem WSAudiology-Portfolio und weiteren Herstellern, darunter Signia und Widex. Die Auswahl richtet sich nach Hörverlust und Budget.

Gesetzliche Krankenkassen erstatten einen Festbetrag von 685,01 Euro je Ohr (GKV-Spitzenverband, Stand 2024). Für Premiumgeräte fällt ein Eigenanteil an. Audibene begleitet den Erstattungsantrag.

Der wesentliche Unterschied liegt im Einstieg: Audibene startet mit einer Online- oder Telefonberatung, bevor es zum Partnerakustiker geht. Ein stationäres Fachgeschäft berät direkt vor Ort.

In Deutschland unter dem Markennamen Audibene; international als hear.com in mehr als zehn Ländern, darunter USA, Kanada, Großbritannien und Australien.

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