Apryl

Betriebliche Gesundheitsleistungen haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren stark diversifiziert. Neben klassischer betrieblicher Krankenversicherung und Firmenfitness gewinnen spezialisierte Benefits an Bedeutung. Dazu zählen zunehmend Fertilitätsleistungen für Mitarbeitende, die eine Familienplanung oder medizinisch unterstützte Reproduktion in Betracht ziehen. In den USA gehören solche Leistungen bei vielen Fortune-500-Unternehmen bereits zum Standard-Benefit. Das Berliner Startup Apryl war eines der ersten europäischen Unternehmen, das dieses Konzept für den deutschen Markt übertrug.

01 · Profil

Über Apryl

Gegründet 2019 von Jenny Saft und Tobias Kaufhold, baute Apryl eine B2B-Plattform auf, über die Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden strukturierten Zugang zu Fertilitätsbehandlungen ermöglichten. Zu den angebotenen Leistungen gehörten laut Unternehmensangaben In-vitro-Fertilisation (IVF), intrauterine Insemination (IUI), Eizell- und Spermien-Kryokonservierung sowie Adoptions- und Leihmutterschafts-Navigation. Über die Plattform konnten Mitarbeitende auf ein Netzwerk aus Kliniken und Fertilitätsexperten zugreifen.

Finanzierung und Marktpositionierung

Im April 2022 schloss Apryl laut EU-Startups eine Seed-Runde über 4,1 Millionen Euro ab. Angeführt wurde die Runde von Breega Capital; weitere Investoren waren Atlantic Labs, Crista Galli Ventures, Myelin VC und Westtech Ventures. Die Mittel sollten das Wachstum in europäischen Märkten und den Ausbau des Kliniken-Netzwerks finanzieren. Laut Crunchbase positionierte sich Apryl als eine der ersten dedizierten Fertilitäts-Benefit-Plattformen im DACH-Raum. Das Unternehmen sprach Arbeitgeber mit starkem Diversity-Fokus an und argumentierte, dass solche Benefits die Mitarbeiterbindung erhöhen und strukturelle Nachteile für Frauen in der Familienplanung abbauen.

Übernahme durch Progyny und Marktbedeutung

Im Juni 2024 wurde Apryl vom US-amerikanischen Anbieter Progyny übernommen, wie MobiHealthNews berichtete. Progyny beliefert nach eigenen Angaben zahlreiche Fortune-500-Unternehmen und gilt als Marktführer im US-amerikanischen Segment arbeitgeberfinanzierter Fertilitätsbenefits. Mit der Übernahme trat Progyny erstmals in den europäischen Markt ein. Apryl operiert seitdem nicht mehr als eigenständige Einheit. Für den europäischen HR-Benefits-Markt gilt die Transaktion als Signal für das wachsende internationale Interesse an strukturierten Fertilitätslösungen im Unternehmensumfeld. Vergleichbare B2C-Angebote im Bereich Frauengesundheit – etwa digitale Gesundheitsbegleitung oder Intimpflegeprodukte – decken andere Aspekte der reproduktiven Gesundheit ab und sind in der Datenbank separat erfasst.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Apryl sind Unternehmen, die ihre Mitarbeiter durch umfassende Fruchtbarkeits- und Familienaufbauleistungen unterstützen möchten. Dies umfasst alle Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Beziehungsstatus.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Apryl

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Apryl war eine B2B-Plattform, über die Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Fertilitätsleistungen anboten – darunter IVF, Eizell-Freezing, Beratung und Klinik-Zugang. Die Leistungen wurden als betriebliches Benefit bereitgestellt.

Apryl wurde 2019 in Berlin von Jenny Saft und Tobias Kaufhold gegründet und als erste europäische Lösung für betriebliche Fertilitätsbenefits positioniert.

Laut Crunchbase schloss Apryl im April 2022 eine Seed-Runde über 4,1 Mio. Euro ab, angeführt von Breega Capital. Weitere Investoren: Atlantic Labs, Crista Galli Ventures, Myelin VC und Westtech Ventures.

Nein. Laut MobiHealthNews wurde Apryl im Juni 2024 vom US-amerikanischen Unternehmen Progyny übernommen. Apryl operiert nicht mehr als eigenständiges Startup.

Arbeitgeber finanzieren dabei anteilig oder vollständig Behandlungen wie IVF, Eizell-Freezing oder Beratungsgespräche für Mitarbeitende mit Kinderwunsch. In den USA Standard bei vielen Großunternehmen, in Europa noch ein Nischenangebot.

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