Von Redaktion

Vier von fünf Deutschen verstehen Gesundheitsinfos nur schwer

81 % der Deutschen haben laut RKI geringe Gesundheitskompetenz. Was das bedeutet – und wie digitale Angebote helfen können.

Beipackzettel, Laborbefunde, Arztbriefe – viele Menschen tun sich schwer damit, Gesundheitsinformationen richtig einzuordnen. Wie schwer, zeigt jetzt eine große Auswertung des Robert Koch-Instituts: 81 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben eine geringe Gesundheitskompetenz.[1] Das entspricht etwa 55 Millionen Menschen – also vier von fünf Erwachsenen im Land.

Was Gesundheitskompetenz bedeutet – und warum sie wichtig ist

Gesundheitskompetenz bedeutet mehr als nur wissen, was gesund ist. Es geht darum, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für eigene Entscheidungen zu nutzen. Wer einen Blutdruckwert auf dem Laborbogen nicht einordnen kann, wer Symptome googelt und nicht einschätzen kann, welche Quelle seriös ist, wer beim Arzt nicht nachfragt, weil der Fachbegriff unbekannt war – das alles ist ein Zeichen geringer Gesundheitskompetenz.

Das RKI befragte für seine Auswertung 26.817 Erwachsene aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland" (Jahreserhebung 2024).[1] Das Panel läuft seit 2024 und ersetzt die früheren RKI-Studien KiGGS, DEGS und GEDA. Es ist repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung ab 16 Jahren in Deutschland.

Wer besonders betroffen ist

Die 81-Prozent-Marke gilt für Männer wie für Frauen nahezu gleich (Männer: 81,0 Prozent, Frauen: 81,3 Prozent).[1] Ein klarer Unterschied zeigt sich aber beim Bildungsstand: Wer höher gebildet ist, hat tendenziell eine bessere Gesundheitskompetenz. Das RKI sieht darin keinen Zufall – Bildung schärft den Umgang mit Informationen allgemein, und das wirkt sich auch auf das Gesundheitswissen aus.

Interessant ist der Alterseffekt: Bei Frauen nimmt die Gesundheitskompetenz mit dem Alter leicht zu – bis etwa zum 80. Lebensjahr. Bei Männern bleibt sie dagegen über alle Altersgruppen hinweg konstant niedrig.

Was das für die Gesundheitsversorgung bedeutet

Geringe Gesundheitskompetenz ist kein abstraktes Problem. Wer seine Diagnose nicht richtig versteht, nimmt Medikamente falsch ein. Wer Symptome nicht einordnen kann, wartet zu lange mit dem Arztbesuch. Wer sich von Gesundheitsinformationen überfordert fühlt, trifft schlechtere Entscheidungen – für sich und für andere.

Das RKI stellt deshalb klar: Die Lösung liegt nicht darin, die Menschen schlauer zu machen. Vielmehr müssen Angebote und Strukturen so gestaltet werden, dass gesundheitskompetentes Handeln einfacher wird.[1] Einfachere Sprache in Arztbriefen, verständlichere Beipackzettel, besser strukturierte Gesundheitsportale – all das kann helfen.

Digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps und Vergleichsportale können dabei eine Rolle spielen – wenn sie Informationen so aufbereiten, dass sie wirklich verständlich sind. Einen unabhängigen Überblick über geprüfte Gesundheits-Apps in Deutschland bietet bestes.com.

Häufige Fragen

Was genau versteht man unter Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz umfasst die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für persönliche Entscheidungen zu nutzen. Es geht also nicht nur ums Wissen, sondern auch um den Umgang damit im Alltag – etwa beim Lesen eines Arztbriefs oder beim Vergleich von Behandlungsoptionen.

Wie wurde die RKI-Studie durchgeführt?

Die Auswertung basiert auf der Jahreserhebung 2024 des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland". Dabei wurden 26.817 Erwachsene ab 16 Jahren befragt. Das Panel ist ein regelmäßiges Befragungsprogramm, das bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der Bevölkerung liefert.

Kann man Gesundheitskompetenz trainieren?

Ja – aber das allein reicht nicht. Das RKI betont, dass nicht nur individuelle Fähigkeiten gestärkt werden sollten. Genauso wichtig ist es, dass Informationsangebote und Strukturen im Gesundheitswesen verständlicher werden. Gesundheitskompetenz ist damit eine gemeinsame Aufgabe von Einzelpersonen, Institutionen und Politik.

Was bedeutet das für die Nutzung von Gesundheits-Apps?

Wer sich bei Gesundheitsthemen leicht überfordert fühlt, profitiert besonders von gut verständlichen, geprüften Angeboten. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland durchlaufen ein strenges Zulassungsverfahren beim BfArM. Welche Apps es gibt und was sie können, erklärt der unabhängige Vergleich auf bestes.com.

Quellen:
[1] Robert Koch-Institut: Geringe Gesundheitskompetenz – neue RKI-Panel-Daten im Journal of Health Monitoring, 1. April 2026. https://www.rki.de/...
[2] RKI Journal of Health Monitoring – Die allgemeine Gesundheitskompetenz Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Panels „Gesundheit in Deutschland" 2024. Journal of Health Monitoring 2026

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