Schlaf schlägt Sport: Deutsche wissen es – und schlafen trotzdem schlecht
ResMed-Studie 2026: 59 % der Deutschen priorisieren Schlaf über Sport – doch 57 % fühlen sich kaum erholt. Was die Sleep Gap bedeutet und was wirklich hilft.
Wer an einem guten Leben arbeiten will, sollte anfangen, besser zu schlafen. Das zumindest legt die sechste Ausgabe des ResMed Global Sleep Survey nahe, die im März 2026 veröffentlicht wurde. Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut Cint zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 rund 30.000 Menschen in 13 Ländern – darunter 2.000 in Deutschland.
Das Ergebnis klingt zunächst ermutigend: 59 Prozent der Befragten nennen ausreichenden, guten Schlaf als wichtigsten Faktor für ein langes und gesundes Leben. Ernährung landet mit 47 Prozent auf Platz zwei, Bewegung mit 44 Prozent auf Platz drei. Schlaf hat Sport überholt.
Die Sleep Gap: Wissen hilft nicht beim Schlafen
Doch zwischen Wissen und Realität klafft eine bemerkenswerte Lücke – Experten sprechen von der "Sleep Gap". Denn trotz des hohen Bewusstseins gibt mehr als die Hälfte der Deutschen an, sich nur an maximal vier Tagen pro Woche wirklich erholt zu fühlen. 26 Prozent haben regelmäßig Probleme beim Einschlafen, 29 Prozent beim Durchschlafen.
80 Prozent wissen, dass guter Schlaf die gesunden Lebensjahre verlängert. 72 Prozent sehen einen direkten Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und chronischen Erkrankungen. Das Wissen ist also da. Aber es reicht offenbar nicht aus, um tatsächlich besser zu schlafen.
Stress ist der Schlafkiller Nummer eins
Was hält die Deutschen vom Schlafen ab? Laut der Umfrage nennen 33 Prozent Stress und Angst als Hauptursache für schlechten Schlaf. 26 Prozent geben bestehende Schlafstörungen an, 19 Prozent machen berufliche Anforderungen verantwortlich. Stress ist damit weltweit und auch in Deutschland der häufigste Schlafkiller.
Die Folgen zeigen sich im Alltag: 38 Prozent der Deutschen berichten nach schlechten Nächten von Tagesmüdigkeit und Reizbarkeit, fast ein Drittel fühlt sich gestresster als sonst. 47 Prozent drücken mindestens einmal pro Woche die Schlummertaste – 19 Prozent sogar täglich. Das ist kein Luxusproblem, sondern ein gesundheitliches Signal.
Schlaf kommt im Arztgespräch kaum vor
Besonders auffällig ist ein weiteres Ergebnis: Nur 33 Prozent der Befragten berichten, dass Schlaf bei einem Routinebesuch aktiv vom Arzt angesprochen wurde. Dabei ist chronischer Schlafmangel mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes und Depressionen verbunden. Wenn Schlaf der wichtigste Gesundheitsfaktor ist, sollte er auch in der medizinischen Grundversorgung ankommen.
Für Betroffene bedeutet das: Warten lohnt sich nicht. Wer dauerhaft schlecht schläft, sollte das Thema selbst beim nächsten Arzttermin einbringen – Hausärzte, Schlafmediziner und digitale Gesundheitsangebote können konkrete Unterstützung bieten.