Vorsorge
Von Redaktion

Masern-Anstieg: RKI warnt vor Impflücken in Deutschland

RKI 2026: Masernfälle in Deutschland steigen. Impflücken nach Corona als Ursache. Wer sich jetzt impfen lassen sollte und warum.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Anfang 2026 einen deutlichen Anstieg der Masernfälle in Deutschland und Europa registriert. Im ersten Quartal 2026 wurden bundesweit mehr als 120 Maserninfektionen gemeldet – mehr als im gesamten Vorjahr. WHO und ECDC (Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) sprechen von einem besorgniserregenden Trend auf dem gesamten Kontinent.

Warum kehren Masern zurück?

Masern galten in Deutschland lange als weitgehend eliminiert. Doch seit Jahren sinkt die Impfquote in einigen Bevölkerungsgruppen. Um Masern zu eliminieren, braucht eine Gemeinschaft eine Impfquote von mindestens 95 Prozent – wegen der extrem hohen Ansteckungskraft des Masernvirus. In Deutschland liegt die Erstimpfungsquote bei Schulkindern laut RKI bei etwa 97 Prozent, die Zweitimpfungsquote aber nur bei rund 93 Prozent. Genau diese Lücke reicht für Ausbrüche.

Hinzu kommt ein Nachholeffekt nach der COVID-19-Pandemie: Routineimpfungen wurden verschoben, bei Kleinkindern entstanden Impflücken. Diese Kinder sind jetzt im Schulalter und potenziell ungeschützt.

Masern sind ernst – keine Kinderkrankheit

Ein weit verbreiteter Irrtum: Masern seien eine harmlose Kinderkrankheit. Das Gegenteil ist wahr. Masern können zu schweren Komplikationen führen – Lungenentzündung, Gehirnentzündung (Enzephalitis) und in sehr seltenen Fällen zu einer verzögerten, tödlichen Gehirnerkrankung namens subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Besonders gefährdet: Säuglinge unter sechs Monaten, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Auch Erwachsene sind nicht automatisch geschützt. Wer vor 1970 geboren wurde, hat meist eine natürliche Immunität durch eine überstandene Masernerkrankung. Wer danach geboren wurde und nur eine oder keine Impfung hat, sollte seinen Impfstatus prüfen.

Was die STIKO empfiehlt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zwei Masernimpfungen (als MMR-Kombinations-impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln) für alle Kinder: Die erste mit 11 bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten. Für Erwachsene gilt: Wer nach 1970 geboren wurde und keine oder nur eine Masernimpfung hat, sollte sich einmalig nachimpfen lassen – das ist für Kassenpatienten kostenlos.

Was tun bei Masernverdacht?

Typische Symptome: hohes Fieber, Schnupfen, Augenrötung und ein charakteristischer fleckiger Hautausschlag, der zuerst im Gesicht beginnt und sich über den Körper ausbreitet. Bei Verdacht sofort die Arztpraxis telefonisch informieren – um andere Patienten im Wartezimmer nicht zu gefährden.

Häufige Fragen

Kann ich mich als Erwachsener noch impfen lassen?
Ja, unbedingt. Eine nachgeholte Masernimpfung ist effektiv und von der Kasse bezahlt. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an – ein Bluttest auf Masern-Antikörper ist meist nicht nötig.

Ist der Impfstoff sicher?
Der MMR-Impfstoff zählt zu den am besten untersuchten Impfstoffen weltweit. Er wurde in zahlreichen Langzeitstudien untersucht und gilt als sehr sicher und wirksam. Die behauptete Verbindung zu Autismus wurde in Dutzenden großen Studien vollständig widerlegt.

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