Mental Health Studie
Von Redaktion

Magnesium und Migräne: Warum das Mineral vielleicht der Schlüssel ist

Magnesium-Mangel könnte ein wichtiger Faktor bei Migräne sein. Wie wird man es los und welche Formen sind am wirksamsten?

Magnesium ist einer der meistdiskutierten Mikronährstoffe in der Migräneprophylaxe. Die Evidenz ist solider als bei vielen anderen ergänzenden Ansätzen, aber sie hat klare Grenzen. Was wir wissen, was wir nicht wissen – und was das für Betroffene bedeutet. ## Was Studien zeigen Mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien haben Magnesium in der Migräneprophylaxe untersucht. Eine der zitiertesten ist die Studie von Peikert et al. (1996), die bei 81 Patienten eine signifikante Reduktion der Migränefrequenz unter 600 mg Magnesiumdicitrat täglich zeigen konnte – im Vergleich zu Placebo. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von 2016 (Buettner et al.) kommt zu einem moderaten positiven Effekt, betont aber die heterogene Qualität der Studien und die insgesamt kleine Stichprobengröße. Wichtig: Die meisten Studien wurden mit Magnesiumdicitrat oder -oxid durchgeführt. Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit unterscheiden sich je nach Verbindung. Magnesiumoxid ist günstig, hat aber eine deutlich schlechtere Bioverfügbarkeit als Magnesiumdicitrat oder -glycinat. ## Warum Magnesium bei Migräne relevant sein könnte Die Hypothese ist plausibel: Magnesiummangel führt zu einer erhöhten Erregbarkeit von Nervenzellen und Blutgefäßen. Betroffene mit Migräne zeigen in Studien häufiger niedrige Magnesiumspiegel im Serum und im Liquor als Nicht-Betroffene. Magnesium blockt zudem den NMDA-Rezeptor und hemmt die kortikale Ausbreitungsdepression – einen Mechanismus, der als Grundlage der Migräneaura gilt. Diese biologische Plausibilität stützt die Hypothese, macht sie aber nicht zur gesicherten Kausalität. ## Was die Leitlinien sagen Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) führt Magnesium als Option in der Migränephrophylaxe auf – mit einem Evidenzgrad B (mäßige Evidenz, Nutzen wahrscheinlich). Dosierungsempfehlung: 600 mg Magnesiumdicitrat täglich [1]. Die Substanz wird insbesondere für Schwangere und Patienten mit Komorbiditäten empfohlen, bei denen stärker wirksame Medikamente (Topiramat, Betablocker) nicht geeignet sind. International bewertet die American Headache Society Magnesium ähnlich: als Präventionsoption mit mäßiger Evidenz, insbesondere bei menstruationsassoziierter Migräne und bei refrakträer Migräne. **Tipp:** Kopfschmerz-Tagebuch führen ist ein bewährtes Mittel zur Migräneprophylaxe. Mit der Bestes App dokumentierst du Symptome und Trigger – kostenlos für [iOS](https://apps.apple.com/app/id6450917497) und [Android](https://play.google.com/store/apps/details?id=com.bestes.app). ## Quellen [1] Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): „Medikamente gegen Migräne“. DMKG. https://www.dmkg.de/patienten/medikamente/medikamente-gegen-migraene [2] Peikert A et al.: „Prophylaxis of migraine with oral magnesium: results from a prospective, multi-center, placebo-controlled and double-blind randomized study“. Cephalalgia, 1996.

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