Grippewelle 2026 vorbei: Subklade K verursachte knapp 1500 Todesfälle
Grippewelle 2025/26 beendet: Subklade K verursachte fast 1500 Todesfälle. Was diesmal anders war und was für die nächste Grippesaison gilt.
Das Robert Koch-Institut hat die Grippewelle der Saison 2025/26 für beendet erklärt. Fünfzehn Wochen lang grassierte eine neue Variante des Influenzavirus – die sogenannte Subklade K. Die Folge: rund 10.500 laborbestätigte Grippefälle und fast 1500 Todesfälle. Was diesmal anders war und was für die nächste Saison gilt [1].
## Was ist die Subklade K?
Jedes Jahr verbreiten sich neue Grippeviren – kleine Abweichungen vom Vorjahresvirus. Die Subklade K ist ein Abkömmling des Influenza-A-Virus vom Subtyp H3N2. Sie war für knapp 70 Prozent aller in dieser Saison nachgewiesenen Grippeviren verantwortlich [1].
Das Problem: Die Subklade K weicht vom Impfstamm der Saison 2025/26 deutlich ab. Der Schutz durch die Impfung war dadurch geringer als erhofft – aber noch immer vorhanden. Geimpfte erkrankten seltener schwer und mussten seltener ins Krankenhaus.
## Wie gefährlich war diese Grippewelle?
Rund 1500 Menschen starben in dieser Saison an oder mit Grippe. Das ist weniger als in besonders schweren Jahren (2017/18: über 25.000), aber deutlich mehr als in milden Saisons. Die meisten Todesfälle trafen Menschen über 65 und solche mit schweren Grunderkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes und Lungenerkrankungen.
Auch bei Kindern und jungen Erwachsenen verlief die Erkrankung in dieser Saison in einigen Fällen schwerer als üblich – ein Zeichen dafür, dass H3N2-Varianten wie Subklade K gelegentlich auch jüngere Menschen ernsthaft treffen können [2].
## Was jetzt passiert
Die akute Grippewelle ist vorbei. Das Atemwegsgeschehen wird laut RKI zunehmend von saisonalen Coronaviren und anderen Erkältungserregern bestimmt. Influenzaviren und RSV zirkulieren noch, aber auf niedrigem Niveau.
Für die nächste Saison passt die WHO den Impfstoff an. Ob Subklade K erneut dominant sein wird, lässt sich nicht vorhersagen. Die Zusammensetzung des Impfstoffs wird jedes Jahr im Februar beschlossen, basierend auf der globalen Virusüberwachung [2].
## Was das für die Impfempfehlung bedeutet
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung weiterhin für: alle Personen ab 60 Jahren, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen (Herz, Lunge, Diabetes, Niere), Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in Gesundheit und Pflege. Der beste Zeitpunkt für die Impfung: Oktober oder November – dann ist der Impfschutz aufgebaut, wenn die Grippewelle im Winter startet.
## Wie schwer war die Saison 2025/26 im Vergleich?
Das RKI vergleicht Grippesaisons nach mehreren Parametern: Dauer, Intensität der Arzt-Konsultationen und Exzess-Mortalität. Die Saison 2025/26 war mit 15 Wochen Dauer überdurchschnittlich lang – normale Saisons dauern 8 bis 12 Wochen. Die Intensität war moderat bis hoch. Die rund 1.500 influenzabedingten Todesfälle liegen unter den schweren Saisons 2017/18 (circa 25.000 Todesfälle) oder 2022/23 – bleiben aber weit über dem, was Influenza ohne Pandemiestatus verursachen sollte.
## Die Subklade H3N2-K: Was sie besonders macht
Influenzaviren verändern sich ständig – ein Prozess namens Antigendrift. H3N2-K ist eine Subklade des H3N2-Stamms, die sich genetisch so weit vom letzten Impfstamm entfernt hatte, dass der Saisonimpfstoff 2025/26 eine suboptimale Wirksamkeit gegen sie hatte. Das ist kein Versagen des Impfprogramms, sondern eine biologische Realität: Die WHO wählt die Impfstämme für die Nordhemisphäre immer im Februar auf Basis der dominanten Viren im Süden – ein Prozess mit sechsmonatigem Vorlauf.
## Wer besonders vulnerabel ist
Wie bei jeder Grippesaison waren Personen über 65, Immunsupprimierte, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen am stärksten betroffen. Aber auch bei jungen Erwachsenen wurden in dieser Saison mehr schwere Verläufe registriert als in Vergleichsjahren – ein Muster, das typisch für H3N2-dominante Saisons ist.
## Was der Herbst 2026 bringt
Die WHO trifft im September die Impfstoff-Entscheidung für die Saison 2026/27. H3N2-K und mögliche Nachfolger werden dabei berücksichtigt. Experten empfehlen besonders Risikogruppen, die Impfung nicht zu verschieben: Der beste Zeitpunkt ist Oktober, bevor die Grippewelle typischerweise im Dezember beginnt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle über 60, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Für alle anderen gilt: Die Saison 2025/26 ist vorbei. Das nächste Grippefenster öffnet sich Herbst 2026. Wer im Oktober geimpft ist, hat den besten Schutz – bevor die Welle kommt, nicht wenn sie schon rollt. Auf bestes.com finden Nutzer Impfärzte, Allgemeinmediziner und Internisten in ihrer Nähe, die eine individuelle Impfberatung anbieten – für die Grippeimpfung und alle anderen empfohlenen Schutzimpfungen nach STIKO-Kalender.
## Häufige Fragen
**Wann beginnt die nächste Grippesaison?**
In der Regel ab Oktober/November. Impfstoffe für die neue Saison sind ab September verfügbar.
**Was unterscheidet Grippe von einer Erkältung?**
Grippe beginnt plötzlich mit hohem Fieber (oft über 39 Grad), starken Gliederschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl. Erkältungen entwickeln sich langsamer mit Schnupfen und Halsschmerzen.
**Wie lange ist man nach Grippe ansteckend?**
Circa drei bis fünf Tage nach Symptombeginn, manchmal bis zu einer Woche. Wer Fieber hat, sollte zuhause bleiben.
**Schützt die Impfung auch gegen Subklade K?**
Teilweise. Der Schutz ist geringer, wenn die Subklade stark vom Impfstamm abweicht. Aber geimpfte Personen erkranken im Schnitt weniger schwer und haben ein deutlich geringeres Risiko für Krankenhausaufenthalte.
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**Quellen:**
[1] Apotheken Umschau. "Grippewelle 2025/2026: RKI erklärt Welle für beendet." März 2026. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/erkaeltung/subklade-k-neuer-grippe-subtyp-breitet-sich-weiter-aus-1442999.html
[2] RKI – Robert Koch-Institut. "Influenza-Surveillance und Wochenberichte." https://influenza.rki.de/