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Von Redaktion

Fibromyalgie: Die unsichtbare Krankheit – 2 Millionen Betroffene und endlich ernstgenommene Therapieoptionen

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die Millionen Menschen betrifft – in Deutschland rund 2 Millionen, weltweit 2–4% der Bevölkerung. 80–90%

Zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Fibromyalgie – einer chronischen Schmerzerkrankung, die lange nicht als solche anerkannt wurde. Neue Erkenntnisse zur Neurobiologie der Erkrankung verändern die Diagnose und Therapie grundlegend. Forschende des Deutschen Schmerzforschungszentrums belegen: Fibromyalgie ist messbar und behandelbar.[1] ## Was Fibromyalgie auszeichnet Fibromyalgie ist keine Einbildung, sondern eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Betroffene – 80 bis 90 Prozent sind Frauen – berichten über weit verbreitete Schmerzen in mindestens vier von fünf Körperbereichen sowie Fatigue, Schlafstörungen und kognitive Beschwerden (sogenannter „Brain Fog“). Neue Biomarker zeigen: Die Konzentration von Substanz P in der Cerebrospinalflüssigkeit ist dreifach erhöht, entzündungsfördernde Zytokine (IL-6, IL-8) sind nachweisbar. Damit ist die Erkrankung objektiv messbar, auch wenn klassische Blutbilder unaufällig bleiben.[1] Die Diagnose erfolgt nach den ACR-Kriterien von 2016: Ein standardisierter Fragebogen zu Schmerzlokalisation und Symptombelastung – keine Laboruntersuchung ist zwingend erforderlich. Wichtig ist, dass Fibromyalgie eine Ausschlussdiagnose bleibt: Rheumatoide Arthritis, Lupus und Schilddrüsenerkrankungen müssen zuvor ausgeschlossen werden.[2] ## Multimodale Therapie: Was wirklich hilft Laut aktueller EULAR-Leitlinie ist die multimodale Therapie der Goldstandard. Drei Bausteine wirken nachweislich: aerobe Bewegung dreimal wöchentlich (Schmerz- und Fatigue-Reduktion um 25 bis 30 Prozent), Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) sowie bei Bedarf Medikamente. Bewährt haben sich das Antidepressivum Duloxetin und das Antiepileptikum Pregabalin, die beide in Deutschland GKV-erstattungsfähig sind. Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Opioide hingegen sind nicht wirksam – und bei Letzteren besteht erhöhtes Suchtrisiko.[2] Mindfulness-basierte Stressreduktion (MBSR) ergänzt die Therapie wirksam: Ein achtwochiges Programm verbessert nachweislich Schlafqualität und Schmerzwahrnehmung. Selbsthilfegruppen der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung bieten Betroffenen Austausch und praktische Unterstützung. 💡 **Tipp:** Ein digitales Gesundheitstagebuch hilft, Schmerzmuster, Schlafqualität und Triggerfaktoren zu dokumentieren und dem Arzt strukturiert zu berichten. [Gesundheitstagebuch in der Bestes App →](https://www.bestes.com/#gesundheitstagebuch) **Quellen:** [1] Deutsches Ärzteblatt. „Fibromyalgie-Syndrom: Diagnostik und Therapie.“ Dtsch Arztebl 2023; 120(12). [aerzteblatt.de](https://www.aerzteblatt.de/archiv/231241) [2] Macfarlane GJ et al. „EULAR revised recommendations for the management of fibromyalgia.“ Ann Rheum Dis 2017; 76:318–328. [doi.org](https://doi.org/10.1136/annrheumdis-2016-209724)

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