Von Redaktion

ePA-Sperre ab Juli 2026: Android 13 und ältere Smartphones verlieren Zugang

Ab Juli 2026 verlieren Android-Nutzer mit Android 13 oder älter den Zugang zur ePA und zum E-Rezept. BSI-Vorgabe. Was jetzt zu tun ist.

Ab dem 1. Juli 2026 verlieren Millionen Android-Nutzer in Deutschland den Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) und zum E-Rezept. Betroffen sind alle Geräte, die unter Android 13 oder einer älteren Version laufen. Hintergrund sind Sicherheitsanforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die von gesetzlichen Krankenkassen nun konsequent umgesetzt werden [1, 2].

Warum wird der Zugang gesperrt?

Das BSI schreibt vor, dass Dienste der Telematikinfrastruktur – darunter ePA, E-Rezept und TI-Messenger – nur auf Betriebssystemen betrieben werden dürfen, die aktiv mit Sicherheitsupdates versorgt werden [2]. Google hat den Support für Android 13 eingestellt und liefert keine Sicherheits-Patches mehr. Sobald ein Betriebssystem kein aktives Support-Ende-Datum mehr aufweist, gilt es für Anwendungen der Telematikinfrastruktur als nicht mehr zugelassen [2].

Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Veraltete Betriebssysteme ohne Sicherheitsupdates sind anfällig für bekannte Schwachstellen. Da die ePA besonders sensible Gesundheitsdaten enthält – Laborwerte, Diagnosen, Medikationspläne – gelten hier besonders strenge Anforderungen. Ein kompromittiertes Gerät könnte Unbefugten Lesezugriff auf diese Daten ermöglichen.

Welche Geräte sind konkret betroffen?

Betroffen sind alle Smartphones und Tablets, auf denen Android 13 oder eine ältere Version installiert ist. Laut aktuellen Marktdaten läuft Android 13 auf ungefähr 13 Prozent aller Android-Geräte in Deutschland [1]. Dabei ist jedoch zu beachten: Nur etwas mehr als die Hälfte aller Android-Geräte hierzulande läuft bereits unter Android 14 oder höher – der gesamte Rest ist potenziell betroffen [1, 3].

Besonders gefährdet sind Nutzerinnen und Nutzer von Mittelklasse-Geräten aus den Jahren 2021 und 2022, die ursprünglich mit Android 11 oder 12 ausgeliefert wurden und kein Update auf Android 14 erhalten haben. Viele Hersteller liefern Systemupdates nur zwei bis drei Jahre lang – danach bleibt das Gerät auf der installierten Version stecken.

Wann genau wird gesperrt?

Die Umstellung läuft bei den Kassen gestaffelt, ist aber flächendeckend bis spätestens 1. Juli 2026 abgeschlossen [1, 3]:

  • TK (Techniker Krankenkasse): Einschränkungen bereits aktiv
  • AOK: Sperrung ab Mai 2026 angekündigt
  • Barmer: Umsetzung bis Ende Juni 2026
  • Weitere Kassen: folgen gemäß BSI-Vorgaben bis spätestens 1. Juli 2026

Wer betroffen ist, erhält in der Regel eine Benachrichtigung über die App der eigenen Krankenkasse, bevor der Zugang gesperrt wird.

Was können Betroffene tun?

Es gibt drei Wege, den Zugang zur ePA trotz veralteten Smartphones aufrechtzuerhalten [1, 3]:

1. Smartphone-Update auf Android 14 oder höher. Falls das Gerät ein Update unterstützt, sollte es umgehend eingespielt werden. Unter „Einstellungen → System → Software-Update" lässt sich prüfen, ob eine neuere Version verfügbar ist. Viele neuere Mittelklassegeräte unterstützen Android 14.

2. Browser-Zugang am Computer. Alle Krankenkassen müssen einen webbasierten Zugang zur ePA über einen Desktop-Browser anbieten. Dieser ist von der Sperrung nicht betroffen [1].

3. Ombudsstelle der Krankenkasse. Wer weder ein aktuelles Gerät noch einen Computer nutzen kann, kann ePA-Angelegenheiten über die Ombudsstelle der eigenen Kasse regeln – telefonisch oder schriftlich. Diese Möglichkeit ist gesetzlich vorgeschrieben [1].

Auch E-Rezept und TI-Messenger betroffen

Die Sperre gilt nicht nur für die ePA-App, sondern für alle Anwendungen der Telematikinfrastruktur. Das umfasst die E-Rezept-App der gematik sowie TI-Messenger-Dienste. Wer das E-Rezept bisher ausschließlich per App einlöst, benötigt nach dem Stichtag entweder ein aktualisiertes Gerät oder den klassischen Papierausdruck als Alternative [2].

Einordnung: ePA-Nutzung in Deutschland 2026

Die ePA gilt seit dem 15. Januar 2025 per Opt-out als Standard: Alle gesetzlich Versicherten erhalten automatisch eine Akte, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Bis Mai 2026 wurden laut gematik über 100 Millionen Dokumente – Befunde, Diagnosen, Medikamentenpläne – in die Akte eingestellt. Die aktive Nutzungsrate liegt dennoch im einstelligen Prozentbereich.

Die nächste geplante Erweiterung ist der elektronische Medikationsplan, der ab Oktober 2026 in der ePA verfügbar sein soll. Nutzerinnen und Nutzer, die diesen Ausbauschritt nutzen möchten, sollten die kommenden Wochen nutzen, um die Gerätesoftware zu überprüfen – und nötigenfalls auf ein aktuelles Android-Gerät zu wechseln.

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