Arthrose 2026: Die häufigste Gelenkerkrankung – was wirklich hilft (und was nicht)
Arthrose (Osteoarthrose, OA) ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. In Deutschland sind rund 5 Millionen Menschen betroffen, überwiegend ab 50 Jahren.
Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland haben Arthrose – und die Zahl steigt mit der alternden Bevölkerung. Die aktuellen OARSI-Leitlinien 2024 betonen: Nicht Kortison-Spritzen oder Operationen stehen am Anfang der Therapie, sondern Bewegung. Doch in der Praxis wird dieser Grundsatz noch immer zu wenig umgesetzt.
Was bei Arthrose wirklich wirkt
Arthrose ist der degenerative Abbau von Gelenkknorpel. Knie, Hüfte und Hände sind am häufigsten betroffen. Der wichtigste Therapiebaustein laut OARSI und EULAR: regelmäßige, gelenkschonende Bewegung – dreimal wöchentlich 30 Minuten Schwimmen, Radfahren oder Walking. Studien zeigen eine Schmerzenreduktion um 20 bis 30 Prozent, vergleichbar mit medikamentöser Therapie (NNT=3). Gleichzeitig baut Gewichtsverlust Gelenkbelastung ab: Pro verlorenem Kilogramm sinkt der Druck auf das Kniegelenk um vier Kilogramm.
Medikamentös sind topische NSAR-Gele (auf die Haut aufgetragen) die erste Wahl – mit weniger systemischen Nebenwirkungen als Tabletten. Intraartikulare Kortison-Injektionen lindern akuten Schmerz für drei bis sechs Monate, sollten aber nicht häufiger als drei- bis viermal jährlich erfolgen. Hyaluronsäure-Injektionen zeigen moderate Wirksamkeit bei leichter Arthrose. Glukosamin und Chondroitin-Präparate hingegen sind nach der GAIT-Studie nicht wirksamer als Placebo und werden von aktuellen Leitlinien nicht empfohlen.
Wann eine Gelenkprothese sinnvoll ist
Bei fortgeschrittener Arthrose (Grad 3–4 nach Kellgren-Lawrence) ist der Gelenkersatz der Goldstandard. Hüftendoprothesen haben eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von über 95 Prozent, Knie-Endoprothesen von 85 bis 90 Prozent. Arthroskopien hingegen sind bei reiner Arthrose – ohne mechanische Blockade durch einen Meniskus-Riss – nicht indiziert; mehrere Studien zeigen keinen Vorteil gegenüber Scheinoperationen. Expertenemp-fehlung: Vor jeder OP mindestens sechs Monate konservative Therapie inklusive Physiotherapie.
Forschende erproben derzeit regenerative Ansätze wie Stammzell- und Knorpelzelltransplantation (MACI) – diese sind jedoch noch nicht Kassenleistung und zeigen erst in frühen Stadien Potenzial.
💡 Tipp: Gelenkschmerzen regelmäßig dokumentieren – wann sie auftreten, wie stark sie sind und welche Bewegungen sie auslösen. Das unterstützt die Diagnose und das Therapiegespräch. Gesundheitstagebuch in der Bestes App →