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Wechseljahre: Bund fördert Forschung mit 10 Millionen Euro – erstes neues Medikament

March 30, 2026

Wechseljahre betreffen jede Frau – und doch sind sie in der Medizin und in der Gesellschaft lange vernachlässigt worden. Jetzt vollzieht sich ein Wandel: Das Bundesministerium für Gesundheit stellt zehn Millionen Euro für Wechseljahre-Forschung bereit, und mit Elinzanetant ist erstmals ein nicht-hormonelles Medikament gegen Hitzewallungen und Schlafstörungen in der Zulassung [1]. ## Wechseljahre: Mehr als Hitzewallungen Die Perimenopause beginnt meist in den späten 40ern, wenn die Eierstockfunktion nachlässt. Die Menopause tritt in Deutschland durchschnittlich mit 51 Jahren auf. Typische Beschwerden: Hitzewallungen und Nachtschweiß (betreffen 70 bis 80 Prozent der Frauen), Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme. Hinzu kommen langfristige Gesundheitsrisiken: Der sinkende Östrogenspiegel erhöht das Risiko für Osteoporose, Herzerkrankungen und kognitive Veränderungen [2]. ## Warum Wechseljahre lange tabusiert wurden Obwohl alle Frauen die Menopause durchlaufen, war das Thema in der Medizin lange unterrepräsentiert. Klinische Studien schlossen Frauen im mittleren Lebensalter häufig aus, Behandlungsoptionen blieben begrenzt. Ein Gremium der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erarbeitete Anfang 2026 Empfehlungen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der Wechseljahre [1]. ## Das neue Forschungsprogramm des Bundesministeriums Das Bundesministerium für Gesundheit fördert die Wechseljahre-Forschung mit zwei Fördertöpfen von je fünf Millionen Euro. Ziel ist es, Prävention, Diagnostik und Therapie von Wechseljahresbeschwerden wissenschaftlich besser zu verstehen [1]. ## Elinzanetant: Das erste nicht-hormonelle Medikament Bislang galt die Hormonersatztherapie (HRT) als wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen – mit gut belegten Vorteilen, aber auch realen Risiken. Viele Frauen können keine Hormone nehmen, etwa nach Brustkrebs. Elinzanetant (Handelsname: Lynkuet) blockiert gezielt den Neurokinin-3-Rezeptor im Gehirn. In Zulassungsstudien reduzierte es die Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen um 50 bis 60 Prozent und verbesserte Schlafqualität signifikant [2]. ## Was Betroffene heute tun können Leichte Beschwerden lassen sich oft durch Lebensstilmaßnahmen lindern: Kühle Schlafumgebung, Triggerauslöser meiden (Koffein, Alkohol, Stress), regelmäßige körperliche Aktivität und Entspannungstechniken. Bei mittelschweren bis schweren Beschwerden ist ein Gespräch mit der Gynäkologin sinnvoll. ## Häufige Fragen **Ab wann gelten Wechseljahre als behandlungsbedürftig?** Wenn Hitzewallungen oder Schlafstörungen die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Das individuelle Belastungsempfinden entscheidet. **Stimmt es, dass Hormongabe Brustkrebs verursacht?** Das Risiko ist dosisabhängig. Das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte ärztlich besprochen werden. Gynäkologinnen auf bestes.com/services. --- **Quellen:** [1] Apotheken Umschau. "Wechseljahre und Endometriose: Ministerium fördert Forschung mit 10 Millionen Euro." März 2026. https://www.apotheken-umschau.de/gesundheitspolitik/frauengesundheit-10-millionen-euro-foerderung-fuer-forschung-1441587.html [2] Arbeitskreis Frauengesundheit. "Wechseljahre – Hype oder Versorgungslücke?" 23. März 2026. https://www.arbeitskreis-frauengesundheit.de/2026/03/23/wechseljahre-hype-oder-versorgungsluecke/ ## Wechseljahre und mentale Gesundheit Östrogen hat modulierende Wirkungen auf Serotonin und Dopamin; sein Abfall destabilisiert diese Systeme. Frauen in der Perimenopause haben ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für eine erste depressive Episode [2]. Kognitive Veränderungen – Brain Fog, Konzentrationsprobleme – betreffen bis zu 60 Prozent der Frauen und sind in der Regel reversibel. Gynäkologinnen und Internistinnen auf bestes.com/services. ## Elinzanetant – was die Studienlage zeigt Elinzanetant wirkt als selektiver NK3-Rezeptor-Antagonist. In den Phase-3-Studien (OASIS 1 und 2) reduzierte es schwere Hitzewallungen um bis zu 73 Prozent im Vergleich zu Placebo [1]. Die Substanz ist in den USA bereits als Veozah zugelassen; in Deutschland läuft das Zulassungsverfahren bei der EMA. Für Frauen, bei denen eine Hormontherapie kontraindiziert ist, könnte Elinzanetant eine wichtige Alternative werden.
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