Wechseljahre 2026: S3-Leitlinie stärkt Hormontherapie – was Frauen jetzt wissen sollten
Jahrelang galt die Hormonersatztherapie (HRT) nach der Women's Health Initiative Studie (WHI, 2002) als riskant. Neue Daten korrigieren dieses Bild grundlegend. Für Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause überwiegen die Vorteile klar die Risiken – das ist der aktuelle Konsens.
Was passiert in den Wechseljahren? Die Perimenopause beginnt oft 4–8 Jahre vor der letzten Menstruation (Menopause, Durchschnittsalter 51 Jahre in DE) und ist geprägt von: Hitzewallungen (betreffen 75% der Frauen), Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, vaginaler Trockenheit, Konzentrationsproblemen und Veränderungen der Körperzusammensetzung. Symptome können 2–12 Jahre anhalten.
Die WHI-Revision: Die ursprüngliche WHI-Studie testete synthetische Hormone (konjugiertes equines Östrogen + Medroxyprogesteronacetat) bei im Schnitt 63-jährigen Frauen – viele bereits mit Vorerkrankungen. Die übertragene Risikserhöhung für Brustkrebs: 0,08% absolut pro Jahr (8 Zusätzfälle pro 10.000 Frauen-Jahre). Zum Vergleich: Übergewicht, Bewegungsmangel und Alkohol erhöhen das Brustkrebsrisiko deutlich stärker.
Moderne HRT-Optionen: Bioidentische Hormone (17β-Östradiol, mikronisiertes Progesteron) haben ein günstigeres Risikoprofil als synthetische. Transdermale Applikation (Pflaster, Gel) umgeht den First-Pass-Effekt der Leber und reduziert das Thromboserisiko auf Normalniveau. Lokale Vaginalöstrogene sind sicher und helfen bei Trockenheit, Schmerzen beim Sex und Blasenproblemen.
Wann HRT? Individuell entscheiden: Schwere Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depression, urogenitale Symptome, hohes Osteoporose-Risiko. Die Menopausen-Sprechstunde beim Frauenarzt ist der erste Schritt. Hormontherapie ohne Progesteronanteil (bei Hysterektomie) hat kein erhöhtes Brustkrebsrisiko.
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Quelle: IMS/EMAS Menopause Position Statement 2024, Klimakterium (Schweizer Gesellschaft), AWMF-Leitlinie
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