Stress erhöht das Schlaganfall-Risiko um bis zu 30 Prozent. Das ist die Einschätzung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die auf mehrere internationale Studien verweist. Zwar betrifft der höchste gemessene Risikoaufschlag vor allem Menschen mit chronischem oder traumatischem Stress – doch auch Berufsstress erhöht das Risiko messbar, wie eine chinesische Meta-Analyse zeigt, die in der Zeitschrift Neurology veröffentlicht wurde.[1]
Wie Stress den Schlaganfall begünstigt
Stress triggert mehrere biologische Mechanismen, die zu Schlaganfall führen können. Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin erhöhen akut den Blutdruck – das kann im Extremfall ein Aneurysma reißen oder ein Blutgerinnsel lösen. Chronischer Stress erhöht systemische Entzündungsmarker wie CRP und IL-6, die als Risikofaktoren für Thrombose gelten. Außerdem kann anhaltender Stress Vorhofflimmern begünstigen, das seinerseits das Schlaganfallrisiko um das Fünffache erhöht.[2]
Die Meta-Analyse aus Neurology, die Daten aus sechs internationalen Studien auswertete, beziffert das erhöhte Risiko bei starkem Berufsstress auf rund 22 Prozent – bei Frauen sogar auf 33 Prozent. PTSD und chronischer emotionaler Stress können das Risiko nach Expertenschätzungen weiter steigern. Menschen mit Depression, Raucher und Menschen über 60 gelten dabei als besonders gefährdet.[1]
Was Prävention leisten kann
Stressabbau ist messbar wirksam gegen Schlaganfall. Regelmäßige körperliche Aktivität, Schlaf von sieben bis neun Stunden pro Nacht und soziale Einbindung gehören zu den am besten belegten Schutzfaktoren. Auch Achtsamkeitsübungen und kognitive Verhaltenstherapie bei chronischem Stress haben in Studien das kardiovaskuläre Risikoprofil verbessert. Die DSG empfiehlt explizit stressreduzierende Maßnahmen als Teil der Schlaganfallprävention.[1]
In der klinischen Praxis wird Stress als Risikofaktor bisher weniger systematisch erfasst als Blutdruck, Cholesterin oder Rauchen. Das ändert sich langsam: Mehrere Fachgesellschaften diskutieren, ob psychosozialer Stress in Risiko-Scores für Herzkreislauferkrankungen stärker gewichtet werden sollte.
Tipp: Herzgesundheit im Blick behalten und Stress-Management-Apps finden Sie auf bestes.com.
Quellen:
[1] Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). „Neue Studie zeigt: Stress erhöht das Schlaganfallrisiko um bis zu 30 Prozent – DSG empfiehlt stressreduzierende Maßnahmen zur Prävention." 2025. dsg-info.de
[2] Wissenschaft Aktuell. „Metastudie bestätigt: Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Stress am Arbeitsplatz." Bezug auf Meta-Analyse in Neurology. wissenschaft-aktuell.de
