Journal of Urology

Nierensteine: Warum immer mehr Jüngere betroffen sind und wie man sie verhindern kann

March 18, 2026

Nierensteine sind nicht nur eine Angelegenheit für Ältere. In den letzten 20 Jahren hat sich die Häufigkeit von Nierensteinen bei Jungen erhöht – besonders in wohlhabenden Ländern. Die Gründe sind bekannt, aber oft nicht ausreichend beachtet. ## Epidemiology: Ein wachsendes Problem Die Lebenszeitprävalenz von Nierensteinen in den USA liegt heute bei etwa 11% (bis 2010: 6%). Das ist eine Verdopplung in 20 Jahren. Deutschland liegt ähnlich. Besonders bemerkenswert: Jüngere Menschen sind zunehmend betroffen. Noch vor 20 Jahren war der Gipfel der Inzidenz bei Patienten im 5. Lebensjahrzehnt. Heute sehen wir Nierensteine bereits in der Gruppe der 20-40-Jährigen. ## Die Hauptursachen 1. Ernährung: Zu viel Salz, zu viel tierisches Protein, zu viel Zucker. Diese Faktoren führen zu einer Erhöhung von Kalzium und Oxalat im Urin. 2. Dehydration: Zu wenig Wasser. Mit weniger Wasser wird der Urin konzentrierter – ein perfektes Milieu für Steinbildung. 3. Vitamin D Überschuss: Das ist weniger bekannt, aber Vitamin D fördert die Kalzium-Resorption im Darm. Zu viel Vitamin D (z.B. durch Übersupplementierung) führt zu erhöhtem Kalzium im Urin. 4. Magnesium-Mangel: Magnesium ist ein Inhibitor der Steinbildung. Ein Mangel (häufig in westlichen Ländern) fördert Steine. 5. Adipositas: Übergewicht ist mit erhöhtem Steinrisiko assoziiert. ## Symptome und Diagnose Nierensteine verursachen in der Regel intensive Schmerzen – oft plötzlich und unerwartet. Der typische Schmerz ist im Flankenbereich, kann aber in die Leiste ausstrahlen. Oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Diagnose: CT-Scan (ohne Kontrastmittel) ist der Goldstandard. Der Stein wird einfach sichtbar. ## Behandlung Manche Steine gehen von selbst ab (besonders wenn < 5mm). Für größere oder symptomatische Steine: Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) oder urologische Verfahren. Aber die wichtigste Frage: Wie verhüdert man ein Rezidiv? ## Prävention: Der Schlüssel 1. Flüssigkeitszufuhr: Das ist die wichtigste Intervention. Die Urinausscheidung sollte > 2,5 Liter pro Tag sein. Eine Faustregel: Trinken Sie so viel, dass der Urin hell ist, nicht dunkelgelb. 2. Ernährung: - Reduzieren Sie Salz (< 2.3g/Tag) - Machen Sie nicht zu viel tierisches Protein (< 1.2g/kg Körpergewicht pro Tag) - Vermeiden Sie Oxalat-reiche Lebensmittel (Spinat, Nusssch, Tee) wenn Sie zu Oxalat-Steinen neigen - Essen Sie Kalzium-reiche Lebensmittel (Milch, Käse) – ja, wirklich! Kalzium bindert Oxalat im Darm, bevor es absorbiert wird 3. Magnesium und Citrat: Magnesium und Citrat sind Hemmstoffe der Steinbildung. Eine Diät reich an Magnesium (Nusssch, Grünblätter) oder Citrat (Zitrusfrüchte) hilft. 4. Vitamin D: Nicht übersupplementieren. Eine Blutspiegeluntersuchung ist sinnvoll. 5. Gewichtsverlust: Bei Übergewicht: Abnehmen reduziert das Steinrisiko. ## Fallbeispiel Ein 28-jähriger Patient hat Kalzium-Oxalat-Steine. Erstmals aufgetreten vor 6 Monaten. Nach der ESWL will der Patient verhindern, dass es wieder auftritt. Ernährungsberatung ergibt: - Trinkt zu wenig Wasser (etwa 1 Liter pro Tag) - Ißt viel Spinat und Nusschäle (Oxalat-reich) - Ist leicht übergewichtig Maßnahmen: - Wasser auf 3 Liter pro Tag erhöht - Oxalat-reiche Lebensmittel reduziert - Magnesium-Supplement (400mg/Tag) begonnen - Gewichtsverlust-Programm gestartet Nach 1 Jahr: Kein Rezidiv. Der Patient ist motiviert, die Änderungen beizubehalten. ## Fazit: Ein Stein ist kein Schicksal Nierensteine sind häufig, aber vermeidbar. Das Wichtigste: Viel Wasser trinken, salzarm essen, Gewicht im Normbereich halten. Die meisten Rezidive lassen sich durch Diät verhindern.
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