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Mikrobiom 2026: Warum Ernährungsempfehlungen bald individuell werden

March 30, 2026

Die Zeiten der allgemeinen Ernährungsempfehlung könnten gezählt sein. Beim DGE-Kongress im März 2026 in Kassel dominierten personalisierte Ernährungsansätze auf Basis des individuellen Darmmikrobioms die Diskussion [1]. ## Was das Mikrobiom mit Ernährung zu tun hat Das Darmmikrobiom ist die Gemeinschaft von Billionen Mikroorganismen in unserem Darm. Es ist bei jedem Menschen einzigartig wie ein Fingerabdruck. Und es reagiert stark auf das, was wir essen – innerhalb von Tagen. Forschungen der letzten Jahre zeigen: Dieselbe Mahlzeit kann bei zwei Menschen völlig unterschiedliche Blutzuckerreaktionen ausloösen – abhängig von deren Mikrobiom [1]. ## Was die Forschung zeigt Eine israelische Studie mit 1.000 Teilnehmern zeigte, dass der Blutzuckeranstieg nach dem Essen stark vom individuellen Mikrobiom abhängt. Auf Basis von Stuhlproben und Blutdaten entwickelten die Forscher personalisierte Ernährungsempfehlungen, die deutlich besser wirkten als pauschale Diätpläne [2]. Die DGE-Präsentation auf dem Kongress zeigte ähnliche Daten: Ballaststoffempfehlungen, die einen Menschen gesünder machen, können bei jemandem mit anderem Mikrobiom Blaähungen und Unwohlsein auslösen. Das Mikrobiom entscheidet, was für wen gesund ist. ## Was heute schon getan werden kann Vollständig personalisierte Ernährungsempfehlungen auf Basis des eigenen Mikrobioms sind noch kein Standardangebot. Was wissenschaftlich gesichert und heute umsetzbar ist: Mehr Ballaststoffe (Ziel: 30 g täglich), mehr pflanzliche Vielfalt (30 verschiedene Pflanzensorten pro Woche) und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir und Kimchi [1]. Jede Reduktion von hochverarbeiteten Lebensmitteln hat positive Effekte auf die mikrobielle Vielfalt. Gastroenterologen und Ernährungsberater finden sich auf [bestes.com/services](https://bestes.com/services). ## Häufige Fragen **Sind Mikrobiom-Tests sinnvoll?** Kommerzielle Tests (150–400 Euro) werden von der GKV nicht erstattet. Die Aussagekraft variiert je nach Methodik stark. Für die meisten Menschen sind die allgemeinen Empfehlungen (Ballaststoffe, Pflanzenvielfalt) wirksamer als ein teurer Test. **Was schadet dem Mikrobiom am meisten?** Antibiotika, hochverarbeitete Lebensmittel, chronischer Stress und zu wenig Schlaf sind die wichtigsten negativen Einflüsse auf die Darmmikrobiota [2]. --- **Quellen:** [1] Gelbe Liste. "Mikrobiom Ernährung DGE 2026." März 2026. https://www.gelbe-liste.de/gastroenterologie/mikrobiom-ernaehrung-dge-2026 [2] Helmholtz HZI. "Mikrobiom Wissensportal." https://www.helmholtz-hzi.de/wissen/wissensportal/mikrobiom/
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