Ab dem 1. April 2026 können starke Raucher in Deutschland erstmals kostenfrei einen CT-Scan zur Krebsfrüherkennung in Anspruch nehmen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Low-Dose-CT der Lunge – vorausgesetzt, die Versicherten erfüllen bestimmte Kriterien. Damit wird eines der größten Versorgungsdefizite in der deutschen Krebsmedizin angegangen.

Wer hat Anspruch auf das Screening?

Die neue Kassenleistung richtet sich an Personen zwischen 50 und 75 Jahren, die aktuell rauchen oder innerhalb der letzten 15 Jahre aufgehört haben, und die in ihrer Biografie mindestens 30 Packungsjahre angesammelt haben. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen von einer Schachtel Zigaretten pro Tag über ein Jahr. Berechtigten empfiehlt sich die Abklärung beim Hausarzt, der den Anspruch prüft und die Überweisung ausstellt.

Warum jetzt?

Lungenkrebs ist in Deutschland die tödlichste Krebserkrankung. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) sterben jährlich rund 45.000 Menschen an Lungenkrebs – das sind mehr Todesfälle als durch Brust- und Darmkrebs zusammen. Das Hauptproblem: Die Erkrankung wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, wenn kurative Optionen kaum noch bestehen. Wird Lungenkrebs dagegen im Frühstadium (Stadium I) diagnostiziert, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei über 80 Prozent – gegenüber unter 15 Prozent im Spätstadium.

Evidenz aus internationalen Studien

Die Einführung basiert auf robusten internationalen Studienbelegen. Die National Lung Screening Trial (NLST) aus den USA zeigte, dass ein Low-Dose-CT-Screening die Lungenkrebssterblichkeit bei Hochrisikopersonen um 20 Prozent senkt. Die europäische NELSON-Studie bestätigte diese Ergebnisse: Bei Männern sank die Lungenkrebsmortalität durch Screening um 26 Prozent, bei Frauen sogar um 39 Prozent.

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Quellen:
[1] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Beschluss Lungenkrebsfrüherkennung. g-ba.de
[2] DKFZ: Krebsstatistik Deutschland 2024. krebsdaten.de
[3] NLST Research Team. „Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening.“ NEJM 2011.
[4] de Koning HJ et al. „Reduced Lung-Cancer Mortality with Volume CT Screening.“ NEJM 2020 (NELSON Study).