STIKO-Impfkalender 2026: Was neu ist und was das für Familien bedeutet

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Februar 2026 den aktualisierten Impfkalender veröffentlicht. Einige Änderungen sind relevant für Familien mit Kindern, Schwangere und ältere Menschen. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

RSV-Impfung jetzt empfohlen: Für Neugeborene und ältere Erwachsene

Größte Neuerung: Die STIKO empfiehlt jetzt routinemäßig den monoklonalen Antikörper Nirsevimab (Beyfortus) für alle Neugeborenen und Säuglinge, die in ihre erste RSV-Saison gehen (Oktober bis März). RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) ist die häufigste Ursache schwerer Atemwegserkrankungen bei Säuglingen [1].

Zusätzlich: Für Erwachsene ab 75 Jahren (und ab 60 mit Risikofaktoren) wird die RSV-Impfung mit den verfügbaren Impfstoffen (Arexvy, Abrysvo) empfohlen – einmalig [1].

Meningokokken ACWY: Jetzt für alle Kinder unter 2

Bisher empfahl die STIKO die Meningokokken-ACWY-Impfung vor allem für Risikogruppen und Reisende. Ab 2026 gilt die Empfehlung für alle Kinder im Alter von 12–18 Monaten – zusätzlich zur bestehenden Meningokokken-C-Impfung [2].

Hintergrund: Meningokokken-Erkrankungen verlaufen häufig lebensbedrohlich und können innerhalb von Stunden zum Tod führen. Die Erweiterung der Impfempfehlung folgt dem Muster anderer europäischer Länder.

Masern: Zweite Dosis jetzt früher

Die zweite MMR-Impfdosis (Masern, Mumps, Röteln) wird neu auf 15–23 Monate vorgezogen (bisher: 15–23 Monate, aber häufig im 3. Lebensjahr). Die STIKO betont, dass die Zweitzimpfung möglichst nicht nach hinten verzögert werden sollte – aufgrund aktueller Masernausbrüche in Europa [2].

HPV-Impfung: Empfehlung jetzt auch für Männer bis 26

Die STIKO hat die Altersgrenze für die HPV-Impfung bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgeweitet. Wer vor dem 18. Geburtstag ungeimpft blieb, kann die Impfung jetzt bis zum vollendeten 26. Lebensjahr auf Kassenkosten nachholen [2].

Hintergrund: HPV-Infektionen können bei Männern zu Anogenitalkarzinomen und Oropharynxkarzinomen führen. Die Erweiterung folgt ähnlichen Empfehlungen in Österreich und der Schweiz.

Was das für Familien bedeutet

Wer ein Kind unter 2 Jahren hat, sollte den Impfplan mit dem Kinderarzt besprechen – und dabei prüfen, ob die RSV- und Meningokokken-ACWY-Impfungen bereits berücksichtigt sind. Eltern älterer Kinder sollten den HPV-Status prüfen lassen.

Für Erwachsene ab 60 gilt: RSV-Impfung ansprechen, vor allem bei Herzerkrankungen, Diabetes oder Lungenerkrankungen.

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Quellen
[1] Robert Koch-Institut. STIKO-Empfehlungen 2026: RSV und Meningokokken. Epidemiologisches Bulletin. Februar 2026. https://www.rki.de/stiko
[2] STIKO. Impfkalender 2026 für Deutschland. Stand Februar 2026. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Impfkalender/Impfkalender_node.html