Hepatitis C 2026: WHO veröffentlicht Eliminierungs-Handbuch – Deutschland auf gutem Weg
Hepatitis C ist heilbar. Seit 2014 stehen direkt wirkende Antivirale (DAA) zur Verfügung, die in 12 Wochen Tabletten über 95–99% der Patienten heilen. Und doch sterben weltweit noch 290.000 Menschen jährlich an Hepatitis-C-Folgeerkrankungen. Der Grund: Etwa 50–75% der Infizierten wissen nicht von ihrer Erkrankung.
Zahlen Deutschland: Schätzungsweise 200.000–300.000 Menschen sind mit Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. Risikogruppen: i.v. Drogenkonsumierende (50–80% infiziert), Personen mit Bluttransfusionen vor 1992 (in DE war HCV-Screening ab 1991), Personen aus Hochprävalenz-Regionen (Ägypten: 15% Seropositivität), Häftlinge, MSM (Männer die Sex mit Männern haben).
Krankheitsverlauf: HCV heilt in ~20% der Fälle spontan aus. In 80%: chronische Infektion. Über 20–30 Jahre: Leberzirrhose (20–30%), Leberversagen, hepatozelluläres Karzinom (5–10%). Das Tückische: HCV verursacht oft jahrzehntelang keine Symptome.
Diagnose: Einfacher HCV-Antikörpertest (Bluttest), bei positivem Ergebnis Bestätigung durch HCV-RNA-Nachweis (PCR). GKV übernimmt Tests bei Risikofaktoren. Seit 2021: Kassenarztrichtlinie erlaubt HCV-Screening ohne konkreten Anlass für Patienten mit bestimmten Risikomerkmalen.
Therapie: Panbronchiale DAA (z.B. Sofosbuvir/Velpatasvir = Epclusa, Glecaprevir/Pibrentasvir = Maviret) – 8–12 Wochen, >98% Heilung, GKV-erstattet, gut verträglich. Kein Interferon, keine Zytostatika mehr. Nach Heilung: Abbau der Leberfibrose in 80% der Fälle, deutlich reduziertes Karzinom-Risiko.
Eliminationsziel: WHO 2030 = 90% Neuinfektionen reduzieren, 80% Behandlung. Deutschland hinkt hinterher – Point-of-Care-Tests (Schnelltests) und Needle-Exchange-Programme sind Schlüssel.
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Quelle: Robert-Koch-Institut Hepatitis-C-Bericht 2024, WHO Global Hepatitis Report, DGVS HCV-Leitlinie
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