Gutartige Prostatavergrößerung 2024: Neue Leitlinie deckt Versorgungslücken auf
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) – gutartige Vergrößerung der Prostata – betrifft 50% der Männer ab 50 Jahren, 70% ab 70 Jahren und nahezu alle ab 80. Sie ist nicht dasselbe wie Prostatakrebs und erhöht das Krebsrisiko nicht. Dennoch beeinträchtigt sie die Lebensqualität massiv.
Symptome (LUTS – Lower Urinary Tract Symptoms): Häufiger Harndrang (besonders nachts: Nykturie), schwacher Harnstrahl, Startschwierigkeiten, Restharngefühl, plötzlicher starker Harndrang. Schweregrad: IPSS-Fragebogen (International Prostate Symptom Score, 0–35). Ab Score 8: Therapie erwägen.
Medikamentöse Therapie:
• Alpha-1-Blocker (Tamsulosin, Alfuzosin): Entspannen Prostata- und Blasenhalsmuskulatur. Wirkungseintritt innerhalb von Tagen. Nebenwirkung: retrograde Ejakulation (häufig), Schwindel.
• 5α-Reduktase-Hemmer (Finasterid, Dutasterid): Verkleinern die Prostata um 20–30% nach 6 Monaten. Sinnvoll bei Prostatavolumen >40 ml.
• Kombinations-therapie: Signifikant bessere Ergebnisse als Monotherapie (MTOPS-Studie).
• Phosphodiesterase-5-Hemmer (Tadalafil 5mg täglich): Wirkt gleichzeitig auf BPH-Symptome und erektile Dysfunktion.
Minimalinvasive Verfahren (ohne klassische OP): Urolift (Prostatae-Klammer), REZUM (Wasserdampfablation), Grüner-Laser-Vaporisation. Klassische OP: TUR-P (Transurethrale Resektion) – Goldstandard bei schwerem LUTS oder Komplikationen (Harnverhalt, Nierenstau).
Selbstmanagement: 2–3 Liter trinken täglich (nachmittags reduzieren), Beckenbodenübungen, Miktionstagebuch, Koffein und Alkohol abends meiden.
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Quelle: DGU Leitlinie BPH 2023, S2e-Leitlinie Benigne Prostatahyperplasie (AWMF), AUA Guidelines
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