ePA DiGA Krankenhaus
Von Redaktion

ePA 2026: 81 Prozent der Praxen nutzen die elektronische Patientenakte

BMG: 81% aller Arztpraxen nutzen die ePA – aber nur 4,6 Mio. GesundheitsIDs aktiv. Sommer 2026: Medikationsplan kommt. Was Patienten wissen müssen.

Rund 130.000 von 160.000 Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern in Deutschland haben seit dem Start der elektronischen Patientenakte auf Patientenakten zugegriffen – das entspricht 81 Prozent aller Gesundheitseinrichtungen. Diese Zahl veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Anfang 2026. Nach dem holprigen Start ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens damit in der Breite angekommen.

Was ist die ePA – und wie funktioniert die Opt-out-Lösung?

Seit Anfang 2025 erhalten alle gesetzlich Versicherten automatisch eine elektronische Patientenakte. Das Prinzip: Opt-out statt Opt-in. Wer keine ePA möchte, muss aktiv widersprechen – ansonsten wird die Akte angelegt. In der ePA werden Arztbriefe, Befunde, Medikationspläne, Impfnachweise und Laborwerte gespeichert – digital, sicher und von überall abrufbar.

Nutzungszahlen: Praxen voran, Kliniken hinken nach

Die 81-Prozent-Quote bezieht sich auf alle Zugriffstypen. Bei den Krankenhäusern ist das Bild weniger rosig: Nur knapp die Hälfte der Kliniken nutzt die ePA aktiv. Rund ein Viertel der Häuser geht nicht von einer krankenhausweiten Nutzung vor dem zweiten Quartal 2026 aus.

Auf Patientenseite existierten Anfang Februar 2026 rund 4,6 Millionen GesundheitsIDs – die digitale Kennung für aktive Nutzung. Das sind bei rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten erst sechs Prozent. Die meisten Versicherten nutzen die ePA passiv: Arztpraxen schreiben Befunde hinein, ohne dass der Patient die App aktiv bedient.

Was kommt 2026 dazu?

Im Sommer 2026 soll der elektronische Medikationsplan hinzukommen – eine digitale Liste aller aktuellen Medikamente, auf Wechselwirkungen prüfbar. Das ist besonders relevant für ältere Patienten mit vielen Medikamenten. Ebenfalls 2026 geplant: Die vollständige Integration mit DiGA-Daten. Wer eine digitale Gesundheitsanwendung verschrieben bekommt, kann App-Daten direkt in die ePA übertragen.

Verbraucherschutz: Mehr Kontrolle gefordert

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die ePA, fordert aber mehr Transparenz: "Patienten müssen sehen können, wer auf ihre Akte zugegriffen hat," heißt es in einem Forderungspapier vom Februar 2026. Konkret verlangt der vzbv einen vollständigen Zugriffslog sowie die Möglichkeit, einzelne Dokumente temporär zu sperren – auch für behandelnde Ärzte.

ePA für Senioren: Chancen und Herausforderungen

Ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen und vielen behandelnden Ärzten profitieren am stärksten – wenn alle Beteiligten mitmachen. Wer zu fünf verschiedenen Fachärzten geht, kann in der ePA sicherstellen, dass alle Ärzte die Medikamentenliste und Vorerkrankungen kennen. Das reduziert gefährliche Wechselwirkungen.

Gleichzeitig ist die Bedienung für ältere Menschen oft eine Hürde. Viele Kassen bieten Hilfetelefone an. Familienangehörige können mit Vollmacht die ePA stellvertretend verwalten.

Sicherheit: Wie sicher sind meine Gesundheitsdaten?

Die ePA nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis der Telematikinfrastruktur. Kein Unbefugter kann ohne gültige Praxisausweis-Karte (SMC-B) und Patienteneinwilligung zugreifen. Die Datenhaltung erfolgt auf deutschen Servern unter BSI-Sicherheitsstandards. Bisher sind keine Datenpannen in der ePA bekannt.

Häufige Fragen

Kann ich der ePA widersprechen?
Ja, jederzeit über die App Ihrer Krankenkasse oder per Brief. Kostenlos.

Was passiert beim Kassenwechsel?
Die Daten folgen Ihnen, wenn Sie zustimmen.

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So richten Sie Ihre ePA aktiv ein

Wer die ePA aktiv nutzen möchte, installiert die App seiner Krankenkasse. Dort findet sich die Verwaltung der ePA. Dokumente können manuell ergänzt, einzelne Inhalte für bestimmte Ärzte gesperrt oder freigegeben werden. Die GesundheitsID – eine digitale Identität – ermöglicht sicheres Einloggen ohne Chipkarte.

Besonders sinnvoll: Impfpass und Mutterpass digitalisieren. Beide lassen sich als Scan hochladen und stehen damit jedem Arzt sofort zur Verfügung. Viele Krankenkassen bieten im eigenen Portal Schritt-für-Schritt-Anleitungen und telefonische Unterstützung.

ePA und Datenschutz: Was Sie kontrollieren können

Datenschutz ist das meistgenannte Bedenken gegen die ePA. Die Realität: Patienten haben mehr Kontrolle als in einer analogen Akte. In der App ist nachvollziehbar, wer wann auf welches Dokument zugegriffen hat. Einzelne Dokumente lassen sich sperren – selbst für den behandelnden Arzt. Eine psychiatrische Diagnose muss nicht für den Orthopäden sichtbar sein.

Die Daten liegen auf deutschen Servern mit TI-verschlüsselter Übertragung nach BSI-Standard. Ein externer Zugriff über das Internet – wie bei Cloud-Diensten üblich – ist nicht möglich. Zugang haben ausschließlich Leistungserbringer mit gültigem Heilberufsausweis (HBA) und nur mit expliziter Patienten-Zustimmung.

Nutzung bei chronischen Erkrankungen: Ein konkretes Beispiel

Stellen Sie sich vor: Sie haben Diabetes, Bluthochdruck und nehmen fünf Medikamente. Sie sehen einen Internisten, einen Kardiologen, einen Augenarzt und gelegentlich die Notaufnahme. Ohne ePA kennt keiner dieser Ärzte die Medikamentenliste des anderen. Wechselwirkungen bleiben unentdeckt.

Mit aktivierter ePA ist der Medikationsplan für alle sichtbar. Der Augenarzt sieht, dass Sie Kortison nehmen und fragt gezielt nach Augeninnendruck. Der Notarzt kennt Ihre Allergien. Die Datenintegration rettet in solchen Szenarien Leben – und das ist keine Übertreibung, sondern internationaler Befund aus Ländern wie Dänemark und Schweden, die digitale Patientenakten seit Jahren nutzen.

Die elektronische Patientenakte ist ein Fundament der digitalen Gesundheitsversorgung. Wer sie aktiv nutzt, profitiert von besserer Koordination, weniger Doppeluntersuchungen und mehr Sicherheit bei der Medikation. Die ePA ist keine Pflicht – aber sie ist ein Werkzeug, das die eigene Gesundheitsversorgung spürbar verbessern kann. Besonders für Menschen mit mehreren Erkrankungen oder vielen behandelnden Ärzten ist die aktive Nutzung ein echter Mehrwert. Mehr Informationen unter bestes.com/services.

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