Elektronische Patientenakte: Medikationsplan kommt 2026
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird Realität – auch wenn der Weg dorthin holpriger ist als erhofft. Eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKG) vom 25. März 2026 unter 489 Krankenhäusern zeigt: 40 Prozent haben mit der Pilotierung begonnen – ein Anstieg von 7 Prozent im Spätsommer 2025. Doch nur 3,6 Prozent der gesetzlich Versicherten nutzen die ePA aktiv.
## Die Spaltung zwischen Angebot und Nachfrage
94 Prozent der Befragten kennen die ePA (Januar-Umfrage 2026), aber nur 29 Prozent verwalten sie aktiv. 71 Prozent tun praktisch nichts damit. Menschen brauchen einen unmittelbaren, spürbaren Nutzen. Das könnte sich mit dem Medikationsplan 2026 ändern.
## Der digitale Medikationsplan als wichtiger Schritt
Ab 2026 ergänzt der digitale Medikationsplan die ePA: alle Medikamente mit Dosierung an einem Ort, Wechselwirkungen früh erkennbar, Therapietreue verbessert. Besonders für ältere Menschen mit Polypharmazie (>5 Medikamente gleichzeitig) ist das ein erheblicher Mehrwert.
## Rechtliche Verpflichtung als Treiber
Seit Oktober 2025 ist die ePA-Nutzung für Arztpraxen und Krankenhäuser verpflichtend. Ab 1. April 2026 entstehen finanzielle Nachteile für Häuser ohne TI-Module. Das erklärt den sprunghaften Anstieg der Pilotierungen.
## Langer Weg zur flächendeckenden Nutzung
43 Prozent der Krankenhäuser erwarten krankenhausweite Nutzung erst ab Q3 2026. Der technische Aufwand ist erheblich: Systeme anbinden, Mitarbeiter schulen, Prozesse umstellen. Für kleine ländliche Häuser eine besondere Herausforderung.
### DiGA-Reform 2026
Ab 2026 ist die anwendungsbegleitende Erfolgsmessung (AbEM) für Digitale Gesundheitsanwendungen Pflicht. Mindestens 20% des Erstattungsbetrags wird an Erfolgskriterien geknüpft. Das erhöht die Qualitätsanforderungen und schützt Versicherte vor wirkungslosen Apps.
## Datenschutz: Ein strukturelles Problem
Laut Verbraucherzentrale Bundesverband sehen Viele zwar Potenzial, aber auch Risiken. Vertrauen muss aktiv aufgebaut werden – durch transparente Kommunikation, klare Datenschutzgarantien und nutzerfreundliche Umsetzung.
## Das Versprechen der digitalen Vernetzung
2026 ist das Jahr, in dem entscheidende Bausteine zusammenkommen: Medikationsplan, TI-Pflicht und DiGA-Qualitätsreform. Langfristig könnte die ePA Doppeluntersuchungen eliminieren, Therapien besser koordinieren und Behandlungsfehler reduzieren.
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**Quellen:** DKG: Blitzumfrage ePA 25.03.2026 | BMG: ePA-Verpflichtung Oktober 2025 | KBV: TI-Module und Sanktionen April 2026 | BMG: DiGA-Reform AbEM 2026 | Verbraucherzentrale Bundesverband: Bürger-Umfrage ePA
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