Darmkrebs-Screening ab 45 statt 50? IQWiG-Analyse liegt vor
Sollte der Darmkrebs-Stuhltest bereits ab 45 statt ab 50 Jahren empfohlen werden? Das ist die zentrale Frage, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des G-BA untersucht hat. Das Ergebnis des Vorberichts, der bis zum 2. Februar 2026 öffentlich kommentiert werden konnte: Für den immunologischen Stuhltest (iFOBT) wäre eine Absenkung der Altersgrenze auf 45 Jahre rechnerisch vorteilhaft – wenn Menschen konsequent alle zwei Jahre testen [1].
## Wie das aktuelle Screening-Programm funktioniert
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren Anspruch auf kostenlose Darmkrebs-Früherkennung. Zwei Optionen stehen zur Wahl: der immunologische Stuhltest (iFOBT) oder die Darmspiegelung (Koloskopie). Beide sind vollständig von der Krankenkasse übernommen.
Das Problem: Darmkrebs betrifft zunehmend auch jüngere Menschen. In mehreren Ländern, darunter den USA, wurde die Empfehlungsgrenze bereits auf 45 Jahre abgesenkt.
## Was die IQWiG-Modellierung zeigt
Das IQWiG hat keine klinische Studie durchgeführt, sondern eine statistische Modellierung: Wie viele Krebsfälle könnten verhindert werden, wenn man früher screent?
Das Ergebnis: Bei konsequenter zweijährlicher Nutzung des iFOBT ab 45 statt 50 Jahren würden rechnerisch mehr Krebsvorstufen und Frühstadien entdeckt. Wichtig: Ein Vorbericht ist noch keine Leitlinie. Die offizielle Änderung der Screening-Empfehlungen dauert in der Regel noch ein bis zwei Jahre.
## Warum frühere Diagnose so wichtig ist
Darmkrebs ist in frühen Stadien in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar. Im Spätstadium sinkt die Fünfjahresüberlebensrate auf unter 15 Prozent. Der Schlüssel ist die Früherkennung – am besten, bevor Symptome auftreten.
Symptome, die auf Darmkrebs hinweisen können: Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten über mehrere Wochen, unerlärlicher Gewichtsverlust, anhaltende Bauchschmerzen.
## Darmkrebs: Risikofaktoren, die jeder kennen sollte
Darmkrebs ist nicht nur ein Schicksal. Faktoren, die das Risiko erhöhen: Hoher Konsum von rotem Fleisch (mehr als 500g pro Woche) und verarbeiteten Fleischwaren. Übergewicht, wenig Bewegung, Alkohol und Rauchen erhöhen das Risiko zusätzlich.
Faktoren, die das Risiko senken: Ballaststoffreiche Ernährung – Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte – schützt nachweislich. Menschen, die täglich 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen, haben ein bis zu 20 Prozent niedrigeres Darmkrebsrisiko.
Die Koloskopie bleibt trotz aller Diskussionen über die Altersgrenze das wirksamste Einzelinstrument: Sie erkennt und entfernt Polypen in einem einzigen Eingriff. Wer heute noch keinen Vorsorgedarm-Termin gemacht hat und über 45 ist, sollte diesen Schritt nicht länger hinauszögern.
## Häufige Fragen
**Gilt die 45-Jahres-Empfehlung schon jetzt?**
Noch nicht. Es ist ein Vorbericht. Die endgültige G-BA-Entscheidung kann noch Monate bis Jahre dauern.
**Kann ich den Test auch unter 50 machen lassen?**
Bei erhöhtem familiärem Risiko: ja, auf ärztliche Empfehlung. Ohne Risikofaktoren: derzeit noch auf eigene Kosten unter 50.
**Ist der Stuhltest unangenehm?**
Nein. Sie nehmen zu Hause eine kleine Stuhlprobe und schicken sie ein.
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**Quellen:**
[1] IQWiG. "Darmkrebs-Screening: IQWiG-Vorbericht zur unteren Altersgrenze." https://www.iqwig.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailseite_168576.html
[2] G-BA. "Programm zur Früherkennung von Darmkrebs."
[3] Ärzteblatt. "Darmkrebsscreening: IQWiG-Modellierung zur Altersgrenze."
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