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26 Wochen auf einen Therapieplatz: Deutschlands Psychotherapie-Lücke

March 29, 2026

Wer in Deutschland einen Psychotherapieplatz sucht, wartet im Durchschnitt sechs Monate. Etwa sechs Wochen dauert es bis zum ersten Gespräch, danach nochmals 20 Wochen bis zum Therapiebeginn. Das zeigen Auswertungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes [1]. Gleichzeitig belegt eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) aus dem Jahr 2025: 42,6 Prozent der jungen Erwachsenen nehmen trotz erkanntem Bedarf keine professionelle Hilfe in Anspruch [2]. ## Wie groß das Problem ist Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Krankschreibungen und Frühberentungen in Deutschland. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) schätzt, dass rund 6,5 Millionen Menschen in Deutschland jährlich eine psychotherapeutische Behandlung bräuchten. Die Kapazitäten reichen nicht annähernd aus. Besonders dramatisch ist die Lage bei Kindern und Jugendlichen. Seit der Pandemie haben sich die Wartezeiten nahezu verdoppelt – auf rund 25 Wochen [1]. ## Warum so viele keine Hilfe suchen Die DZPG-Studie zeigt: Nur 57,4 Prozent der jungen Erwachsenen mit erkanntem Bedarf suchen sich professionelle Unterstützung. Die Barrieren sind vielfältig: Stigma, Unwissen über Anlaufstellen, lange Wartezeiten als abschreckende Hürde, und die schlichte Schwierigkeit, im Zustand der Erschöpfung den ersten Schritt zu tun [2]. ## Was es bereits gibt Trotz der Wartezeiten gibt es Angebote, die schneller helfen können: **Psychiatrische Institutsambulanzen (PIAs):** An psychiatrischen Kliniken gibt es Ambulanzen, die auch ohne langen Warteweg zugänglich sind. **Psychologische Online-Beratung:** Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos) oder Online-Plattformen bieten schnelle erste Unterstützung. **Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs):** Velibra und Deprexis sind auf Rezept und mit Kassenerstattung erhältlich – als Überbrückung bis zum Therapieplatz. ## Online-Therapie: eine echte Alternative? Digitale Psychotherapie hat sich in den letzten Jahren erheblich entwickelt. Plattformen wie Selfapy, HelloBetter oder Instahelp bieten angeleitete Selbsthilfe-Programme oder Videotermine mit lizenzierten Therapeuten an. Für schwere Depressionen, Psychosen, Suizidgedanken oder komplexe Traumata ist Online-Therapie allein nicht ausreichend. Hier braucht es persönlichen Kontakt, diagnostische Einschätzung und ggf. medikamentöse Behandlung. Ein oft übersehenes Angebot: Psychosoziale Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, AWO, Diakonie oder dem Paritätischen bieten in fast jeder Großstadt niedrigschwellige, oft kostenfreie Kurzberatungen an. Auch Selbsthilfegruppen bieten Halt und Austausch – ohne Wartezeit und kostenlos. Die BZgA bietet unter 0800 111 0 111 kostenlose psychologische Erstberatung an. ## Häufige Fragen **Wie bekomme ich einen Therapieplatz?** Hausarzt nach Überweisung fragen. Parallel selbst bei Therapeuten anrufen. KBV-Terminservicestelle (116 117): bei mehr als 4 Wochen Wartezeit Anspruch auf Vermittlung. **Was, wenn ich in der Krise nicht warten kann?** Telefonseelsorge (0800 111 0 111, 24h, kostenlos). Oder direkt in die psychiatrische Notaufnahme. **Zahlt die Kasse alle Therapieformen?** Verhaltentherapie, Tiefenpsychologie und Psychoanalyse bei Kassenzulassung: ja. Finde Psychotherapeuten auf [bestes.com/services/psychotherapie](https://bestes.com/services/psychotherapie) und [bestes.com/services/depression](https://bestes.com/services/depression). --- **Quellen:** [1] AOK. "Lange Wartezeiten: Kassen fordern zentrale Terminvergabe für Psychotherapie." 2026. [2] DZPG. "Studie zeigt: Viele junge Erwachsene nehmen trotz Bedarf keine psychologische Hilfe in Anspruch." 2025/2026. [3] taz. "Psychotherapie: 26 Wochen durchschnittliche Wartezeit."
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